Zur Einführung eine kurze Notiz des Bundesverbandes Deutscher Banken: "Der bargeldlose Zahlungsverkehr hat mittlerweile einen großen Stellenwert in unserer Volkswirtschaft. So betrugen im Jahr 2006 die Umsätze (...) in Deutschland kaum vorstellbare 36 Billionen Euro (...)"

Der weitaus größte Teil dieser Summe wird per Überweisung und per Lastschriftverfahren bewegt, also letztlich durch Übermittlung einer Kontonummer. Diese Entwicklung ist unumkehrbar.

Nun ein Satz aus einem aktuellen Bericht der Wirtschaftswoche: "Auf dem Schwarzmarkt für persönliche Daten sind (...) die Bankverbindungen von 21 Millionen Bundesbürgern im Umlauf."

Wenn Daten im Umlauf sind, sind sie nicht mehr kontrollierbar. Wenn also die 21 Millionen Bundesbürger sichergehen wollen, dass von ihrem Konto nichts abgebucht werden kann, hilft eigentlich nur eines – eine neue Kontonummer. Und auch das offensichtlich nur für eine begrenzte Zeit.

"Für den Einzelnen entsteht dadurch nicht unbedingt ein Schaden", sagt Datenschützer Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Es müsse nicht jeder fürchten, dass von seinem Konto unberechtigt Geld abgebucht werde. Doch es sei immerhin möglich: "In der Masse ist das ein irrer Schaden."

O. k., wie aber konnte es dazu überhaupt kommen? Nach den bisherigen Informationen wurde dabei gleich gegen mehrere Gesetze verstoßen. Laut Paragraf 4a Bundesdatenschutzgesetz ist es verboten, Kontodaten für Werbezwecke zu nutzen, wenn der Betroffene dem nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Bei 21 Millionen Kontonummern kann es als sicher gelten, dass dies nicht passierte.