Die Männer seien am Sonntag in einem Vorort von Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir, festgenommen worden, sagte ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter. Die Regierung wollte die Festnahmen weder bestätigen noch dementieren.

Der Einsatz richtete sich nach Angaben des Geheimdienstlers gegen die islamische Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, die Verbindungen zu Lashkar-e-Taiba unterhalten soll. Indien und der US-Geheimdienst verdächtigen die in Pakistan ansässige Rebellengruppe, hinter der verheerenden Anschlagsserie Ende November in Mumbai zu stecken. Bei den Angriffen auf zwei Luxushotels, das Jüdische Zentrum, einen Bahnhof und weitere Ziele waren nach offiziellen Angaben 163 Zivilisten und Sicherheitskräfte sowie neun Attentäter getötet worden.

Die Nachricht von den Festnahmen kam wenige Stunden, nachdem US-Außenministerin Condoleezza Rice Pakistan zum Handeln aufgefordert hatte. Es gebe Hinweise, dass nichtstaatliche Akteure die Anschläge auf pakistanischem Boden vorbereitet hätten, sagte Rice am Sonntag.

Die pakistanischen Streitkräfte sind unterdessen einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge gegen ein Lager der verbotenen Extremistengruppe Laskar-e-Taiba im pakistanischen Teil Kaschmirs vorgegangen. Wie die BBC in der Nacht zum Montag berichtete, sahen Augenzeugen einen Hubschrauber und Dutzende von Soldaten. Außerdem seien mehrere Explosionen zu hören gewesen. Das Lager sei abgeriegelt worden. Pakistanische Regierungsbeamte wollten Berichte, dass ein Terrorcamp eingenommen worden sei, nicht kommentieren.

Indien wirft der Gruppe Laskar-e-Taiba Verbindungen zu den Attentätern von Mumbai vor. Die indische Regierung macht Hintermänner in Pakistan für die Terrorserie mit mehr als 170 Toten in der westindischen Hafenstadt Mumbai verantwortlich. Indien erklärt, der in Mumbai gefasste Terrorist sei von Laskar-e-Taiba indoktriniert worden. Indien hatte von Pakistan verlangt, gegen diese Gruppierung vorzugehen.