Nach bisherigen Erkenntnissen seien in Deutschland drei Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen und zwei Betriebe in Schleswig-Holstein betroffen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz mit. "Seit dem 1. September dieses Jahres sind rund 2000 Tonnen irisches Schweinefleisch nach Deutschland gelangt", sagte eine Sprecherin. Das Ministerium sehe derzeit jedoch keine Gefahr für Konsumenten. Es handle sich um Schweinehälften oder Teilstücke, nicht um verarbeitetes Fleisch wie Würste oder Pizzafleisch.

Auch das nordrhein-westfälische Agrarministerium bestätigte, dass das irische Schweinefleisch in das Land gelangt sei. Davon seien einige große Fleischverarbeiter betroffen. Experten verfolgten nun die Lieferkette, um genauere Angaben machen zu können.

Die Gesundheitsgefahr durch das Schweinefleisch sei nach Angaben der irischen Behörden relativ gering. Die Aufnahme von größeren Mengen des dioxinähnlichen Substanzgemisches PCB (Polychlorierte Biphenyle) führt zu Beschwerden der Haut, schwächt das Immunsystem und verursacht Leber-, Milz- und Nierenschäden. Der Stoff sei aber nur gefährlich, wenn Menschen ihm länger ausgesetzt sind.

Quelle der Verunreinigung ist nach ersten Erkenntnissen der irischen Behörden ein Tierfutter-Hersteller aus dem Südosten Irlands. Möglicherweise wurde bei dem Unternehmen falsches Öl zum Trocknen des Futters benutzt. Das Tierfutter wurde an 47 Bauernhöfe in Irland geliefert. Auch neun Farmen in der britischen Region Nordirlands wurden beliefert.

Nach Einschätzung der irischen Behörden müssen nun bis zu 100.000 Schweine notgeschlachtet werden. Lebensmittel im Schätzwert von 125 Millionen Euro müssen zudem in Irland und im Ausland vernichtet werden.

Am Samstag hatte Irland alle im eigenen Land hergestellten Schweinefleischprodukte wegen möglicher Dioxinbelastungen aus Geschäften, Restaurants und Verarbeitungsbetrieben zurückgerufen. Laboruntersuchungen hatten einen deutlich erhöhten Wert des krebsauslösenden Stoffes nachgewiesen. Die irische Regierung forderte seine Bürger auf, alle Produkte, wie Würstchen, Speck oder rohes Fleisch, vorsichtshalber zu vernichten. Auch zahlreiche andere Länder nahmen inzwischen das irische Schweinefleisch vom Markt.