Die Finanzkrise und der Absatzeinbruch der Automobilindustrie haben einen ersten großen Lieferanten in die Zahlungsunfähigkeit getrieben: Der Leverkusener Bremsenhersteller TMD Friction mit rund 2000 Beschäftigten in Deutschland muss Insolvenz anmelden. "Obwohl das operative Geschäft von TMD Friction gesund ist, haben der extreme Einbruch in der Automobilindustrie und der Rückzug der Kreditversicherer aus der gesamten Branche unsere Liquidität und unser Umlaufvermögen zu stark belastet", sagte Vorstandschef Derek Whitworth.

TMD Friction fertigt an 15 Standorten in elf Ländern Bremsbeläge und erzielte 2007 mit weltweit 4500 Beschäftigten einen Umsatz von 690 Millionen Euro. Die Firma war 2001 vom britischen Private-Equity-Unternehmen Montagu für 776 Millionen Euro übernommen worden.

Wie in der Branche üblich, bürdete die Beteiligungsgesellschaft der Tochter die Finanzierung der eigenen Übernahme auf, sodass die Schuldenlast stieg. TMD konnte daraufhin massiv gestiegene Materialkosten nicht an die Kunden weiterreichen, sodass Montagu die Kontrolle 2006 an die Fremdkapitalgeber, eine Gruppe von Hedgefonds, abgeben musste. Beteiligt sind seitdem die Fonds Davidson Kempner, Clearwater und Eos.

Whitworth sagte weiter, es sei nicht gelungen, die Zahlungsunfähigkeit durch Verhandlungen mit den Kreditgebern und den Eignern zu verhindern. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Gruppe nicht zerschlagen, sondern im Ganzen verkauft werden könne. TMD sei in den vergangenen zwei Jahren restrukturiert worden, die Krise der Autoindustrie habe das Unternehmen aber kurz vor dem Ziel zurückgeworfen, sagte eine Sprecherin.

Nach Angaben des Amtsgerichts Köln wurde der Insolvenzantrag bereits am Freitag von TMD selbst für die vier deutschen Firmen gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der Rechtsanwalt Frank Kebekus aus Düsseldorf bestellt worden.