Im Kongress mehren sich die Signale für eine Unterstützung der notleidenden Autobranche mit milliardenschweren Finanzhilfen. Wie zwei ranghohe Kongressmitarbeiter sagten, einigten sich der scheidende Präsident George W. Bush und die Kongressabgeordneten auf staatliche Hilfen von 15 bis 17 Milliarden Dollar. Bush machte die Hilfen an die Autobauer allerdings davon abhängig, ob die Firmen "harte Entscheidungen" in allen Geschäftsbereichen träfen und damit bewiesen, dass sie nicht nur überleben könnten, sondern auch "blühten".

Damit fällt das Paket mit bis zu 17 Milliarden Dollar zwar nur etwa halb so groß aus wie von den drei führenden Autoherstellern General Motors (GM), Ford und Chrysler erhofft. Die Summe würde aber reichen, um zumindest GM und Chrysler ins nächste Jahr zu retten. Neue Anstrengungen, um den Autobauern unter die Arme zu greifen, fielen dann in die Zuständigkeit von Barack Obama, der am 20. Januar ins Weiße Haus einziehen wird.

Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi kündigte an, dass schon spätestens nächste Woche über eine kurzfristige Hilfe entschieden werden könne. "Die heutigen Berichte über den massiven Stellenabbau in der Autoindustrie sowie die Anhörungen im Kongress machen deutlich, dass parteiübergreifend eine kurzfristige und begrenzte Unterstützung für die Autoindustrie erarbeitet wird". Allerdings knüpfte sie Bedingungen an ihre Zusage: "Die Gelder müssen innerhalb von Wochen zurückgezahlt werden, um zu vermeiden, dass die Entwicklung neuer und für die Branche extrem wichtiger Technologien nicht gefährdet wird".

Auf jeden Fall wollen die Spitzen und Experten des Kongresses auch übers Wochenende weiter über mögliche Staatshilfen beraten. Dabei müssten nach Aussagen von Kongressmitgliedern wohl vor allem die Details der Finanzierung geklärt werden. Dabei gibt es zwischen dem Weißen Haus und Kongress nach Angaben des Nachrichtensenders CNN derzeit intensive Gespräche, um einen Kompromiss zu finden.

Bush will, dass zur Rettung der Branche die bereits gewährten 25 Milliarden Dollar verwendet werden, die eigentlich zur Förderung spritsparender Autos eingesetzt werden sollten. Das lehnen aber die meisten Demokraten ab. Sie wollen stattdessen, dass Geld aus dem 700-Milliarden-Dollar-Fonds zur Rettung der Finanzbranche genommen wird, wogegen sich wiederum das Weiße Haus sperrt.