In Südafrika breitet sich die Cholera-Epidemie an der Grenze zu Simbabwe weiter aus. Bisher sind in dem Land rund 800 Menschen erkrankt und mindestens acht Kranke  gestorben.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, Reisen in die Region Vhembe an der Grenze zu Simbabwe zu unterlassen. Die südafrikanische Regierung hat Vhembe wegen der Cholera-Epidemie zum Katastrophengebiet erklärt. Dort sei der Zustrom an erkrankten Simbabwern am größten, schreibt das deutsche Außenministerium. Touristen, die den Nordwesten Südafrikas bereisen, sollten nur gechlortes Wasser trinken, desinfizierte Sanitäranlagen benutzen und keine von Straßenhändlern zubereitete Speisen essen. Häufiges Händewaschen kann Cholera-Bakterien abtöten.

Der Ausbruch der Cholera dauert ein bis fünf Tage und zeigt sich meist durch plötzlich einsetzenden Brechdurchfall. Schmerzen haben die meisten Patienten vorerst nicht, leiden aber unter hohem Flüssigkeitsverlust, trockenen Schleimhäuten, Blässe, tonlose Stimme, Wadenkrämpfen und Teilnahmelosigkeit. Urlauber sollten bei diesen Symptomen unbedingt den Arzt aufsuchen, empfiehlt die Organisation Deutsches Grünes Kreuz. Generell sei die Ansteckungsgefahr für Touristen aber eher gering.

Die Krankheit kann mit Antibiotika rasch geheilt werden. Gegen den Wasser- und Mineralstoffverlust verordnen Mediziner zudem Natrium- und Kaliumtabletten. Eine Impfung kann zudem eine Ansteckung verhindern. In Simbabwe fehlen solche Medikamente.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt deswegen vor einer weiteren Ausbreitung der Cholera. Die Zahl der Toten habe sich mittlerweile auf 800 erhöht, teilte die WHO mit. Mehr als 16.000 Menschen seien in der Grenzregion erkrankt. Von weitaus schlimmeren Zahlen geht die Hilfsorganisation Oxfam aus. Deren Geschäftsführer Paul Bendix sagte am Freitag, er rechne insgesamt mit etwa 60.000 Erkrankten. Die Situation der Menschen verschlimmere sich durch die schlechte Wasserqualität und den Hunger dramatisch. Oxfam betreibt in Simbabwe mehrere Hilfsprojekte.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen geht ebenfalls von einer Ausweitung der Epidemie aus. Der Unicef-Vertreter in Simbabwe sagte, dass viele Krankheitsfälle nicht registriert würden, da die Krankenhäuser geschlossen seien. Die Welthungerhilfe befürchtet, dass die Cholera sich auf weitere Länder im Süden Afrikas ausbreitet, wenn die Krankheit nicht in Simbabwe ausgerottet werde.