Der Name Yello hat seinen Wohlklang, seinen Witz verloren. Atomstrom ist heute das Erste, was den meisten Menschen hierzulande zu diesem Wort einfällt. Vor der Liberalisierung des Energiemarkts war das anders: Yello, das war die Band der Schweizer Eidgenossen Boris Blank und Dieter Meier.

Mit Strom hatten auch sie zu tun: Sie lenkten ihn seit Ende der Siebziger auf neuen Wegen durch Instrumente, die damals noch nicht als solche galten. Sie waren Pioniere des Techno, in ihrer Bedeutung für die elektronische Musik vergleichbar mit Kraftwerk und Karlheinz Stockhausen. Yello kultivierten das treibende Stampfen und garnierten es mit dadaistischem Gegrummel.

So richtig bekannt wurden sie nie, obwohl man ihre Musik ständig in den Ohren hatte: Oh Yeah und Desire etwa erklangen in zahlreichen Fernsehserien, Kinostreifen und Werbefilmchen. Ende der Achtziger war The Race die Titelmelodie der öffentlich-rechtlichen Musiksendung Formel Eins.

Soviel der Vorrede muss sein, damit der Name Dieter Meier nicht klingt wie – Dieter Meier. Er ist der Grummler bei Yello, aber nicht nur. Er macht Konzeptkunst, hat einen Biobauernhof in Argentinien, dreht Filme und Musikvideos, gestaltet Schals aus Seide und Uhren aus Getränkebüchsen. Er trägt einen Schnauzbart, ist Millionär seit seiner Geburt, spielte in der Schweizer Golf-Nationalmannschaft und arbeitet heute nebenbei als professioneller Pokerspieler. In der Öffentlichkeit tritt er meist mit Halstuch und Zigarre auf.

Vor zwei Jahren veröffentlichte er das Buch Hermes Baby – Bekenntnisse eines Fetischisten, eine Sammlung von Essays, Kurzgeschichten und Gedichten, die er in den vergangenen 25 Jahren geschrieben hat. Nun ist Hermes Baby auch als Hörbuch erschienen.