Ben Bernanke zieht alle Register. Die Gouverneur der US-Notenbank Federal Reserve hat die Leitzinsen auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gesenkt – er liegt jetzt zwischen null und 0,25 Prozent. Wichtiger noch: Er hat in Aussicht gestellt, Staatsanleihen und andere Wertpapiere aufzukaufen, um damit das Wachstum anzukurbeln.

Man könnte auch sagen: Ben Bernanke wirft die Notenpresse an. Denn die Dollars, die er braucht, um diese Papiere zu kaufen, druckt er einfach. Es ist eine mutige und riskante Entscheidung – und es gibt zu ihr keine Alternative.

Geldpolitisch sind die USA jetzt in der gleichen Lage wie Japan in den neunziger Jahren. Auch die japanische Notenbank senkte damals die Zinsen auf null Prozent und kaufte Anleihen auf. In Japan grassierte zu jener Zeit eine Deflation, eine Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Nachfrage. Bernanke will verhindern, dass sich ein solches Szenario in den USA wiederholt, deshalb geht er viel früher als seine japanischen Kollegen in die Vollen.

Die Entscheidung der Fed bedeutet, dass die Notenbank die Wirtschaft direkt mit Kredit versorgt. Bislang ist das Problem, dass die angeschlagenen Banken trotz der niedrigen Leitzinsen mit Krediten knausern und auch an den Finanzmärkten kaum jemand Geld verleihen will. Daher müssen Firmen einen enormen Risikoaufschlag bezahlen, wenn sie Anleihen platzieren wollen, deshalb sind die Hypothekenzinsen für Hausbesitzer immer noch hoch. Wenn jetzt die Fed diese Anleihen kauft, dann fließt das Geld wieder, dann sinken die Finanzierungskosten.