Die Klimakonferenz im polnischen Poznan geht an diesem Freitag zu Ende - mit einem denkbar mageren Ergebnis. Die Verhandlungsdelegationen aus rund 190 Nationen haben sich gerade einmal auf einen Zeit- und Arbeitsplan für das nächste Jahr einigen können.

Danach werden Verhandlungstexte für die Klimaschutz-Regeln, die dem Kyoto-Protokoll folgen könnten, Mitte 2009 vorgelegt. Erst dann wird der eigentliche Verhandlungsmarathon beginnen. Ob er, wie es der immer noch gültige Zeitplan vorsieht, planmäßig schon Anfang Dezember 2009 bei der nächsten Klimakonferenz in Kopenhagen zu einem Ergebnis führt, kann getrost infrage gestellt werden.

Derweil schreitet der Klimawandel voran. Die Gletscher schmelzen und Seen trocknen aus. Während sich die Lebensbedingungen für Millionen Menschen verschlechtern, verbessern sie sich für manchen Krankheitserreger. Gleichzeitig wird es immer unwahrscheinlicher, dass es noch möglich ist, die Erwärmung auf rund zwei Grad zu begrenzen, was noch halbwegs erträglich wäre.

"Durchbrüche", von denen Diplomaten so gern sprechen, waren von der Konferenz in Poznan nicht zu erwarten. Dennoch wäre ein positiveres Signal möglich gewesen - wenn die neue amerikanische Regierung schon im Amt gewesen wäre und wenn die Europäer nicht Anstalten gemacht hätten, sich von ihren früheren klimapolitischen Versprechen zu distanzieren.

So aber fehlte bei der Konferenz in Polen die Kraft, die glaubwürdig Schwung in die Verhandlungen hätte bringen können. Al Gore war der Einzige, von dem sich die Delegierten zu Beifallsstürmen hinreißen ließen, als er sie dazu aufrief, sich nicht einschüchtern zu lassen und 2009 ein neues Klimaschutzabkommen zu entwickeln.

Allerdings machten auch einige Schwellenländer, darunter Brasilien, Südafrika und China, mit nationalen Klimaschutzplänen von sich reden. Das ist durchaus bemerkenswert, denn bisher standen sie in dem Ruf, sich nicht bewegen zu wollen, bevor nicht die Industrieländer deutliche Schritte zur Emissionsminderung tun.