109 Tage nach der Schlussfeier haben die Olympischen Spiele für drei Dopingsünder ein unrühmliches Ende gefunden. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) disqualifizierte die weißrussischen Hammerwerfer Wadim Dewjatowski und Iwan Tichon, die bei den Wettbewerben Silber und Bronze gewonnen hatten.

Beide wurden positiv auf Testosteron getestet und müssen ihre Medaillen zurückgeben, Dewjatowski wurde als Wiederholungstäter "auf Lebenszeit" für alle Olympischen Spiele gesperrt. Der 31-Jährige war bereits von 2000 bis 2002 wegen Dopings suspendiert gewesen. Nach den Regeln des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF dürfte er nun für immer aus den Arenen verbannt werden. Der polnische Rennkanute Adam Seroczynski, in Peking Vierter, wurde wegen Dopings mit Clenbuterol suspendiert.

Für die Dopingsünder aus Weißrussland rücken der Ungar Krisztian Pars und der Japaner Koji Murofushi auf die Medaillenplätze. Murofushi profitiert damit bereits zum zweiten Mal vom Dopingfall eines Athleten: In Athen gewann der Japaner 2004 erst durch die Disqualifikation des Ungarn Adrian Annus Gold.

Damit erhöhte sich die Zahl der Dopingfälle in Peking von sechs auf neun. Bei den Sommerspielen wurden 4770 Dopingtests - darunter 969 Blut-Analysen - vorgenommen. Das IOC bewahrt alle bei Olympischen Spielen abgegebenen Dopingproben acht Jahre lang für mögliche Nachkontrollen mit neuen Methoden auf.

Erst am Dienstag hatte das IOC mitgeteilt, mit den Nachtests von rund 500 Dopingproben im Januar 2009 zu beginnen. Diese Kontrollen sollen in den von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA akkreditierten Labors in Lausanne, Paris und Köln vorgenommen werden. Dabei wolle man sich vor allem auf die Ausdauer-Disziplinen im Radsport, Rudern, Schwimmen und in der Leichtathletik konzentrieren. Erste Ergebnisse werden Ende März 2009 erwartet.