Die Mitgliedsländer des Ölkartells Opec hätten einer Kürzung um 4,2 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag im Vergleich zur September-Förderquote zugestimmt, sagte Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri am Mittwoch bei dem Treffen der Organisation im algerischen Ort Oran. Mit der Produktionssenkung wollen die Opec-Länder den wegen der weltweiten Wirtschaftskrise stark gefallenen Ölpreis wieder hochtreiben. Angesichts der fallenden Ölpreise hatten sich bereits Saudi-Arabien und Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri für deutliche Kürzungen ausgesprochen.

Saudi-Arabien strebt einen Preis von 75 Dollar je Barrel an. Am Dienstag wurde Opec-Öl im Schnitt für 40,74 Dollar gehandelt. Im Juli dieses Jahres hatte das Barrel zeitweilig noch über 140 Dollar gekostet.

Auch Russland, das größte Öl-Förderland außerhalb der Opec, will wegen der gefallenen Rohöl-Preise seine tägliche Fördermenge im kommenden Jahr um 320.000 Barrel senken. Dies gelte aber nur, wenn die Preise ihr aktuelles Niveau hielten. Das sagte Vize-Regierungschef Igor Setschin nach Angaben der Agentur Interfax in Algerien.

Darüber hinaus sei Russland bereit, ständiger Beobachter bei der Organisation zu werden. Dazu würden das Energieministerium in Moskau und das Sekretariat der Opec eine Arbeitsgruppe bilden, teilte Setschin mit.

Die 12 Mitgliedsländer des Kartells zeichnen für etwa ein Drittel der weltweiten Ölproduktion verantwortlich. Die Opec hatte vor dem Treffen mitgeteilt, sie gehe davon aus, dass auch nicht der Opec angehörende Länder ihre Fördermengen einschränken werden. Bei einer gedrosselten Förderung wird das Angebot am Markt knapper. Als Reaktion darauf könnte der Preis pro Fass steigen.

Für Verbraucher bedeutet das steigende Benzinpreise. Einige Förderländer sind nach eigenen Angaben aber dringend auf höhere Öl-Einnahmen angewiesen, um die Lebensbedingungen für ihre Bürger zu verbessern.