Nach dem Scheitern des staatlichen Rettungspakets im US-Senat hofft man bei General Motors auf die Hilfe von Präsident George W. Bush. Die Demokraten drängen ihn, nun doch das 700-Milliarden-Finanzpaket anzuzapfen. Sollte Bush sich jedoch auch weiterhin diesem Schritt verweigern, droht dem Konzern "vor oder kurz nach Weihnachten" die Insolvenz, prognostiziert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Für die Opelianer im Stammsitz Rüsselsheim wäre dies nach Meinung Dudenhöffers ein schwerer Schlag: Die GM-Pleite wäre auch der Anfang vom Ende für Opel. Dudenhöffer rechnet damit, dass die europäische Tochter in einem solchen Fall "spätestens ein halbes Jahr später" ebenfalls insolvent wäre.

Opel beschäftigt in Deutschland 25.700 Mitarbeiter, nach Expertenansicht wären bei einer Insolvenz allerdings auch 50.000 Arbeitsplätze in der Zulieferer-Industrie gefährdet. In Rüsselsheim bemühen sich die Verantwortlichen, Gelassenheit auszustrahlen. An der Situation der europäischen GM-Geschäftseinheiten habe sich im Vergleich zur Situation vor vier Wochen nichts geändert, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Die neuesten Entwicklungen in den USA würden bedauert, aber das GM-Management werde weiterhin alle Optionen prüfen, um die Umstrukturierung fortzusetzen und das Geschäft in der derzeitigen Wirtschaftskrise zu stabilisieren. Man bemühe sich weiter um Kreditbürgschaften. Auch die Verhandlungen mit den europäischen Arbeitnehmervertretern über Kostensenkungen würden fortgesetzt. GM verlangt ein Sparprogramm von 750 Millionen Euro für das kommende Jahr.

Auch die Bundesregierung steht weiter zu ihrem Hilfsangebot für den Rüsselsheimer Autobauer. Sollte Opel sich melden und offiziell eine staatliche Bürgschaft beantragen, will die Regierung schnell und zügig handeln, erklärte ein Regierungssprecher. Noch habe Opel aber nicht signalisiert, dass eine Bundesbürgschaft benötigt werde.