Noch zwei Tage, dann ist Bescherung. Die Kinder freuen sich – doch mancher Anleger fürchtet, was da kommen könnte. Die Angst geht um, seit der unglaubliche 50-Milliarden-Dollar-Betrugsskandal um die Gesellschaft des amerikanischen Investors Bernard Madoff bekannt wurde.

Mit einem klassischen Schneeballsystem hatte Madoff Hunderte Anleger betrogen, indem er jahrelang das Geld, welches er von neuen Kunden warb, dazu verwendete, stabile Renditen bestehender Kundeneinlagen zu garantieren. So erwarb er sich einen fast schon sagenhaften Ruf; jeder wollte dabei sein, Madoff schwamm im Geld. Bis die Sache aufflog.

Der Betrug trifft viele Kleinanleger, die monatlich einen Teil ihrer Ersparnisse in scheinbar langweilige Investmentfondssparpläne einzahlten. Da stand nichts von Hedgefonds drauf: Meistens wurde vereinbart, dass das Vermögen breit gestreut wird, investiert in Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds und Geldmarktfonds.

Nun aber müssen viele feststellen, dass ihre Anlageberater getäuscht wurden. Denn der Betrüger von der Wall Street hatte seine Finger auch bei Produkten im Spiel, auf denen weder Hedgefonds noch Madoff geschrieben war. Es sind sogar Fonds betroffen, die nach dem strengen europäischen Investmentrecht beaufsichtigt wurden.

Mehrere Fondsgesellschaften mussten deshalb nun die Bewertungskurse ihrer Fonds anpassen. Standen die Anlagen bisher noch mit mehr als 1000 Euro pro Fondsanteil im Bestand, wurden sie in der vergangenen Woche auf 10 Cent abgeschrieben.