Das Wall Street Journal schrieb, dass der Besitzer von Chrysler, der Finanzinvestor Cerberus, grundsätzlich signalisiert habe, Anteile an dem Unternehmen verkaufen zu wollen. Die Initiative zur Wiederaufnahme der vor Wochen abgebrochenen Gespräche sei von Cerberus ausgegangen. Diesen Bericht dementierte GM am Donnerstag. Es gebe eindeutig keine Gespräche über einen Zusammenschluss, sagte ein Sprecher in Detroit.

Gemeinsam wären der US-Branchenführer GM und die Nummer drei Chrysler der nach Absatz weltgrößte Autobauer vor dem japanischen Toyota-Konzern. Beide stecken tief in der Krise.

Chrysler reagierte auf die aktuelle Lage mit verlängerten Werksferien. Einen Monat wird das Unternehmen keine neuen Autos fertigen. Das Unternehmen gab bekannt, die Weihnachtspause werde statt zwei vier Wochen dauern.

Nach Angaben des Unternehmens verkaufen Chrysler-Händler derzeit bis zu 25 Prozent weniger Autos. Ein Grund hierfür sind die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten für die Kunden, die früher oft mit Leasing-Verträgen oder auf Kredit gekauft hatten.

Chrylser wartet ebenso wie Ford und General Motors auf Milliardenhilfen der Regierung, um überleben zu können. Der Senat hatte am Freitag vergangener Woche Hilfen für die schwächelnde amerikanische Autoindustrie abgelehnt. Nun muss US-Präsident George W. Bush entscheiden, ob er Teile des Rettungspakets für die Finanzbranche umwandelt, um es den Herstellern zur Verfügung zu stellen. Er prüfe alle Optionen, sagte Bush am Mittwoch in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News. "Es muss relativ bald entschieden werden."

GM stoppte vorerst Bauarbeiten an einem neuen US-Werk für sparsame Motoren. Die geplante Fabrik ist ein Herzstück für die von GM angekündigte neue umweltfreundliche Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.