"Endlich Weihnachten!" – Wer hat das eigentlich gesagt? Den einen bedeutet es Psychostress im Kreise der Familie, andere geben ihr letztes Geld für Geschenke aus, sehr pflichtbewusst. Wie die Miete im nächsten Jahr aufs Konto kommt, bleibt unklar, da schmeckt die Gans nur halb so gut. Für Musikliebhaber ist Weihnachten nicht so schlimm, nur furchtbar langweilig. Inhalte gehen auf Pauschalreise, selbst Popstars lassen sich unbeobachtet volllaufen. Denn die Paparazzi sind zu Hause und packen Geschenke ein. Wahrscheinlich sind es Selbstporträts.

Zum Glück wurde die Weihnachtsplatte erfunden: ein in Windeseile produziertes Präsent an die Fans. Ein Geschenk gegen Geld, versteht sich. So ist sie in etwa das 13. Gehalt des Popstars. "Jeder krächzende Heide hinterlässt dem Popgeschäft seinen gesungenen Weihnachtsgruß", schreibt Michael Pilz in der Welt.

Er wundert sich, dass die fromme Königin des Soul, Aretha Franklin, erst jetzt unterm Baum landet. The Christmas Aretha heißt ihr erstes Weihnachtsalbum in 52 Jahren. "Aber vielleicht hätte es keinen schöneren Zeitpunkt geben können für ein Weihnachtsalbum von Aretha Franklin. Für den großen Auftritt im dramatisch roten Kleid auf einer tannengrünen Plattenhülle", schreibt Pilz. Und den Rest ersparen wir Ihnen.

Verzweifelt blättert der Musikliebende durch die Jahres-Charts der Musikmagazine. Seitenlang tumbe Auflistungen von Namen. Platz 48 belegt im Musikexpress die Gruppe Herrenmagazin, in der Spex sind es No Age. Das ist alles, nur nicht anregend. Hier versuchen die Kritiker von ZEIT ONLINE, ihre Auslese der drei liebsten Alben 2008 zu begründen.

Das HipHop-Magazin Juice hat den Rapper Smiley the Ghetto Child gefragt, was in seinem Leben neben der Musik passiert: "Eine Menge Scheiße, aber die benutze ich als Antrieb",  sagt Smiley. Exkrement als Antrieb? Daran sei er sogar gewachsen, teilt er mit und beschließt das Interview mit der Drohung: "Ich werde auf jeden Fall noch einige Zeit auf die Kacke hauen." Das ist vielleicht anregend, aber der Information zu viel.