Als das amerikanische Verteidigungsministerium Anfang der siebziger Jahre mit der Entwicklung eines satellitengestützten Ortungssystems begann, wollten die Militärs im Falle eines Krieges Angriffsziele schnell und sicher bestimmen.

An diese militärische Anwendung denkt heute kaum jemand, wenn er dank seines Navigationsgerätes im Italien-Urlaub die nächstgelegene Osteria findet oder sich nach einem Unfall auf der Skipiste von den Rettungskräften über sein GPS-Handy orten lässt.

In den Händen von Kriminellen kann die Satelliten-Ortung eine gefährlichen Waffe sein. Das zeigten die Anschläge in Mumbai am 26. Dezember 2008. Eine Gruppe aus etwa zehn Terroristen ließ an diesem Tag 17 Sprengsätze in der indischen Finanzmetropole detonieren, griff zur gleichen Zeit Hotels mit Schnellfeuerwaffen an und nahm an mehreren Orten Geiseln. Koordiniert wurden die Anschläge mit moderner GPS-Navigation. Zur Kommunikation nutzten die Täter Satellitentelefone.

Die indische Polizei war bei Weitem nicht so gut ausgestattet wie die Terroristen, vor denen sie die Bevölkerung in Mumbai beschützen sollte. Sie patrouilliert mit Gewehren, die in etwa den Standard haben, mit dem die britische Armee den Ersten Weltkrieg bestritt.