Die Nutzung der satellitengestützten Navigation nimmt zuweilen skurrile Züge an: Unter dem Label "Lindelucy" vertreibt die brasilianische Designerin Lucia Lorio neuerdings Dessous mit eingebautem Navigationsgerät. So groß wie eine Zigarettenschachtel blitzt das GPS-Gerät mit eingebautem Sender unter der Wäsche hervor. Damit kann die Trägerin jederzeit geortet werden. Allerdings funktioniert die Verfolgung der Geliebten nur, solange sie den Sender nicht ausschaltet.

Ursprünglich wurde das Global Positioning System (GPS) vom amerikanischen Militär zur Ortung von Angriffszielen und zur besseren Orientierung der Soldaten entwickelt. Heute leistet es als Navigationsgerät im Auto oder Flugzeug, als digitaler Stadtplan im Handy oder als Sender für die Notfallrettung zivile Dienste.

Inzwischen wird die Navigationstechnik auch im Sport eingesetzt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten lassen Scheichs zum Beispiel Roboter-Jockeys bei Kamelrennen an den Start gehen. Gesteuert werden die künstlichen Reiter mit GPS und einer Fernbedienung.

Mit dem GPS-Handy werden Eifersüchtige ganz leicht zum Spion

Für Kunden mit GPS-Handy werden im Internet verschiedene Dienste angeboten. Einige davon sind recht bedenklich. "Im Einverständnis", wie es heißt, könne man die Mobiltelefone von Freunden oder Familienangehörigen orten lassen. Die Barriere ist niedrig für jemanden, der etwa Beweise für einen Seitensprung finden will.

"Geben Sie sich den Liebesbeweis des neuen Jahrtausends und erteilen Sie sich gegenseitig eine Ortungsgenehmigung", fordert beispielsweise "ehebruch24" . Und wenn der Partner nicht will? "Verschaffen Sie sich Gewissheit", wirbt der Anbieter. Jemanden ohne sein Wissen auszuspionieren erscheint so wie eine Bagatelle. Zudem kostet die Ortung per Handy nur ein paar Cent. Da werden auch Stalker nicht lange zögern, schließlich brauchen sie ihrem Opfer nun nicht mehr ständig hinterherzulaufen.