Priddat wolle Schaden von der Universität abwenden und die Voraussetzungen für einen Neuanfang in der Beziehung zum Land schaffen, hieß es aus der Universität.

Am Mittwoch hatte das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium mitgeteilt, die geplanten Zuwendungen an die Uni für 2008 zu streichen und bereits gezahltes Geld für 2007 zurückzufordern. Die Hochschule sei nicht in der Lage gewesen, eine ordnungsgemäße Geschäftsführung nachzuweisen.

Die Zweifel des Landes seien ihm auch nach Bewertung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Universität nicht nachvollziehbar, sagte Priddat. Er tritt sowohl als Präsident als auch als Geschäftsführer der Privat-Universität Witten/Herdecke GmbH zurück. Der Wirtschaftswissenschaftler hatte beide Posten seit August vergangenen Jahres inne.

"Wir gehen fest davon aus, dass der Rücktritt als Zeichen wahrgenommen wird und das Land die Verhandlungen wieder aufnimmt. Das Land muss seiner sozialen Verantwortung nachkommen und darf die 1200 Studierenden und 600 Mitarbeiter der UWH nicht fallenlassen", sagte deren Sprecher Ralf Hermersdorfer ZEIT ONLINE.

Am Morgen hatten die Studenten der Hochschule vor dem NRW-Landtag gegen die Streichung der Förderung protestiert. Sie kündigten an, dass sie die anthroposophisch ausgerichtete Hochschule als "Ort persönlicher und gesellschaftlicher Entwicklung" weiter voll unterstützen. Sie seien bereit, bis zu 60 Prozent höhere Studiengebühren zu bezahlen. "Wir Studenten werden den Glauben an unsere Uni nicht aufgeben und hoffen bis zur letzten Minute", sagte Mirjam Karcher, Vorstand der Studierendengesellschaft. "Die UWH bereichert die deutsche Bildungslandschaft."