Er gehe davon aus, dass die Unternehmen in Deutschland auch im Konjunkturabschwung betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit vermeiden werden, sagte Dieter Hundt der Deutschen Presse-Agentur (dpa).  "Eine
generelle Arbeitsplatzgarantie gibt es aber nicht", fügte er hinzu. Dies gelte vor allem für jene Unternehmen, "die sich in einer extremen Krisensituation befinden". Die deutsche Wirtschaft hatte vor Weihnachten einen freiwilligen Kündigungsverzicht ins Gespräch gebracht.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) betonte: "Wie tief die Rezession tatsächlich wird, lässt sich heute nicht verlässlich prognostizieren. Der Arbeitsmarkt kann sich jedenfalls nicht auf Dauer von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abkoppeln." Schwarzmalerei sei aber "unverantwortlich, weil sie die zweifelsohne schwierige Lage unnötig verschlimmert".

Der BDA-Chef forderte zur Konjunkturstützung erneut niedrigere Steuern und Sozialabgaben. "Wenn die Sozialbeiträge sinken und die kalte Progression bei der Lohnsteuer reduziert wird, haben die Menschen mehr Geld in der Tasche und werden mehr Geld ausgeben. Das ist die beste Konjunkturspritze." Er bedauerte, dass Forderungen nach Abschaffung des Solidaritätszuschlags derzeit kein Gehör finden.

Eine Beitragssenkung in der Rentenversicherung von 19,9 auf 19,6 Prozent ist Hundt zufolge "sofort und ohne Rückgriff auf die Rücklagen möglich". Damit seien die Ausgaben der Rentenversicherung - sofern die Annahmen der Regierung für die wirtschaftliche Entwicklung zuträfen - "mindestens für die nächsten zehn Jahre" gesichert.

Die Forderung nach 8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder ist nach Ansicht Hundts "weit überzogen und ignoriert die wirtschaftliche Realität". In der Privatwirtschaft gefährdeten solche Lohnerhöhungen unmittelbar Arbeitsplätze: "Wer aber seinen Arbeitsplatz verliert, verliert Einkommen und Kaufkraft."

Hundt lobte das Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie habe "schnell und richtig reagiert", zeige zudem "großes Verantwortungsbewusstsein, indem sie sich nicht zu unüberlegten Entscheidungen verleiten lässt". Trotzdem seien weitere Schritte der Politik nötig, "um die Konjunktur zu stützen und Beschäftigung zu sichern". Dafür seien "konzertierte Aktionen aller Akteure" richtig, aber nicht "das Bündnis für Arbeit in seiner früheren Form".