Angesichts der schlechteren Aussichten für die deutsche Konjunktur sank der Geschäftsklima-Index im Dezember von 85,8 Zählern auf 82,6 Punkte, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München mit. Auf einem ähnlich tiefen Stand habe das Konjunkturbarometer zuletzt in der zweiten Ölkrise Ende 1982 gestanden. Experten hatten mit einem weniger starken Rückgang des Barometers gerechnet.

Im Dezember verschlechterten sich vor allem die Urteile der Unternehmen zur derzeitigen Geschäftslage. Auch die Zukunftserwartungen trübten sich ein. "Der Abschwung hat vor allem die Hersteller von Export- und Investitionsgütern erfasst, bislang weniger den Einzelhandel und das Baugewerbe", sagte der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn.

Der Ifo-Index, für den das Institut monatlich rund 7000 Unternehmen nach ihren Einschätzungen zur derzeitigen Lage und ihren Zukunftsaussichten befragt, gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Sinn hatte zuletzt einen Konjunktureinbruch für das kommende Jahr prognostiziert. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von immerhin noch 1,5 Prozent in diesem Jahr sei 2009 in Deutschland ein Minus von 2,2 Prozent zu erwarten.

Außerdem erwartet Sinn angesichts der Wirtschaftskrise 500.000 zusätzliche Arbeitslose im kommenden Jahr. "Wir rechnen insgesamt mit etwa einer halben Million zusätzlicher Arbeitsloser bis zum Dezember 2009. Erst 2010 dürfte die Arbeitslosigkeit die Vier-Millionen-Marke überschreiten", sagte der Chef des Ifo-Instituts der Rheinischen Post.

Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) geht in seiner jüngsten Prognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr um 1,9 Prozent schrumpfen wird. Das wäre das stärkste Minus in der Geschichte der Bundesrepublik. "Die Konjunktur- und Finanzkrise trifft Deutschland besonders hart, weil weltweit der Investitionsaufschwung gestoppt und die deutsche Wirtschaft damit trotz hoher Wettbewerbsfähigkeit an ihrer exponiertesten Stelle getroffen wird", schrieben die Experten des Instituts.

Nach Einschätzung des Hamburger Forschungsinstitut HWWI könnte die deutsche Wirtschaft hingegen ab Mitte des kommenden Jahres allmählich wieder Tritt fassen. Dafür dürften aber keine neuen Hiobsbotschaften den Abwärtstrend verstärken. Die Wirtschaftsleistung werde 2009 auch wegen des geringeren Ausgangsniveaus um 1,2 Prozent schrumpfen, nach einem Wachstum von 1,5 Prozent in diesem Jahr.