Angesichts wachsender Spannungen mit dem Nachbarland Indien hat Pakistan Truppen an die gemeinsame Grenze
verlegt. Wie die pakistanische "Zeitung Daily Times" am Freitag in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf  Militärangaben berichtete, seien die Soldaten bereits am Donnerstag nach Kaschmir und an andere Orte entlang der Grenze beordert worden. Der pakistanische Sender Geo TV berichtete, dass die Regierung außerdem eine Urlaubssperre für die Streitkräfte verhängt habe.

Die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Indien und Pakistan waren durch die Terroranschläge auf die
indische Finanzmetropole Bombay vor einem Monat weiter belastet worden. Indien macht die aus Pakistan operierende Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) für die Angriffe verantwortlich.

Wie der US-Sender CNN berichtete, wurden die verlegten Truppen aus dem Nordwesten Pakistans abgezogen. Ein hoher pakistanischer Militärangehöriger versicherte gegenüber dem US-Sender aber, dass durch die Truppenverlegung der dortige Einsatz gegen die radikal-islamischen Taliban und mit ihnen verbündete El-Kaida-Terroristen entlang der afghanische Grenze nicht beeinträchtigt werde. Die Soldaten seien aus Gebieten abgezogen worden, in denen es derzeit
keine Kampfhandlungen gebe.

"Pakistan wolle keinen Krieg", sagte der pakistanische Botschafter in Washington, Husain Haqqani, CNN. Man müsse aber auf Bedrohungen "von der anderen Seite unserer östlichen Grenze" vorbereitet sein.

Zuvor hatte die Regierung in Neu Delhi den diplomatischen Druck auf Pakistan weiter erhöht. Außenminister Pranab Mukherjee rief am Freitag China und Saudi-Arabien, zwei der wichtigsten Verbündeten Pakistans, dazu auf, Islamabad zu einem entschlossenem Handeln gegen Terroristen auf pakistanischem Staatsgebiet zu bewegen.

In einem Telefonat mit dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi erklärte Indiens Außenminister Mukherjee,  Pakistan gehe nicht entschieden genug die mutmaßlichen Drahtzieher der Terrorserie von Bombay vor. Auch Peking müsse daher Druck ausüben, damit die Regierung in Islamabad die "terroristische Infrastruktur" zerstöre, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung.