Trotz des fortwährenden Beschusses durch militante Palästinenser passierten am Freitag rund 80 Lastwagen mit Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Getreide nach Angaben eines Sprechers im Verteidigungsministerium die Grenze. Darüber hinaus seien eine begrenzte Menge Industriediesel für das Kraftwerk in Gaza sowie Kochgas geliefert worden. Es handelt sich um die erste Hilfslieferung seit zehn Tagen.

Unterdessen gab Israel der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas 48 Stunden Bedenkzeit vor einer angedrohten Militäroffensive. Das israelische Sicherheitskabinett will nach Medienberichten erst am Sonntag eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Israel hoffe darauf, dass die Hamas nach den Hilfslieferungen in den Gazastreifen den Beschuss israelischer Grenzgemeinden mit Raketen und Mörsergranaten einstellt.

Israel hatte als Reaktion auf den Beschuss seiner Grenzgemeinden die 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen von der Außenwelt abgeriegelt. Die militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen wollen Israel mit den fortwährenden Angriffen dazu zwingen, die Grenzübergänge ständig für den Warenverkehr zu öffnen.

Nach Armeeangaben schlugen seit dem späten Donnerstagabend sieben Mörsergranaten auf israelischem Boden ein. Die israelischen Medien berichteten von 22. Eine schlug in einem leerstehenden Gebäude ein und richtete Sachschaden an. Seit die ohnehin brüchige Waffenruhe zwischen Israel und zwölf militanten Palästinensergruppen im
Gazastreifen am 19. Dezember ausgelaufen war, ist Israel nach Armeeangaben mit mehr als 170 Raketen und Mörsergranaten beschossen worden.

Daraufhin sprach Israels Ministerpräsident Ehud Olmert am Mittwoch eine letzte Warnung aus und drohte der Hamas mit einer "großen und zerstörerischen Kraft" der israelischen Armee und hohen Opferzahlen. Olmert rief in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Arabija die Bevölkerung in Gaza auf, gegen die Hamas vorzugehen und den Raketenbeschuss zu stoppen. "Hört auf, hört auf (...) Wir sind stärker", sagte Olmert.