Geldprobleme sind der privaten Universität Witten-Herdecke (UWH) nicht neu. Nun droht weiteres Ungemach. Am Mittwoch teilte das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium mit, die Uni sei nicht in der Lage gewesen, eine ordnungsgemäße Geschäftsführung nachzuweisen.

Weder für 2009 noch für die nächsten beiden Jahre habe sie einen verlässlichen, testierten Wirtschaftsplan vorgelegt. Daher habe man die Fördermittel für 2008 gestrichen. 4,5 Millionen Euro waren im Haushalt bereits vorgesehen. Der Gesamtetat der Hochschule betrug im Geschäftsjahr 2006/07 31,1 Millionen Euro.

Die Hochschule wies die Vorwürfe zurück. Die UWH habe einen durch den Wirtschaftsprüfer plausibilisierten Plan für die Jahre 2009 bis 2011 vorgelegt, der einen ausgeglichenen Haushalt erwarten lässt, sagte UWH-Sprecher Ralf Hermersdorfer. Auch sei die Liquidität für die ersten Monate des Jahres 2009 durch eine Bürgschaft gesichert.

Auch die Vorwürfe einer nicht ordnungsgemäßen Geschäftsführung hat die UWH juristisch prüfen lassen. Ergebnis sei eine anwaltliche Bestätigung, dass ein Fehlverhalten nicht vorliegt.

Doch die Streichung der Zuschüsse ist nicht alles, das Land will außerdem rund drei Millionen Euro für 2007 zurückfordern. Die Hochschule habe in dem Jahr mehr eingenommen als angegeben, sagte NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

Weitere Zuwendungen seien zwar auch im neuen Haushalt vorgesehen, sagte Pinkwart im Deutschlandfunk. Allerdings müsse die Hochschule nun Anstrengungen unternehmen, die es dem Land erlaubten, die Zahlungen wieder aufzunehmen.