Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur KCNA besuchte der "Geliebte Führer" in den ersten Tagen des Jahres zwei Militäreinheiten und ein neu gebautes Wasserkraftwerk. Nachprüfen lässt sich das schwer: Von den wenigen öffentlichen Auftritten der letzten Zeit gibt es nur undatierte, von staatlicher Stelle ausgegebene Fotos.

Über Kims Gesundheitszustand kursieren seit Monaten Spekulationen, vor allem, seit er nicht an der Militärparade zum 60. Jahrestag der Staatsgründung im September teilnahm. Nach südkoreanischen und US-Angaben hatte Kim im August einen Schlaganfall erlitten, was Fragen über seine Nachfolge und über die Kontrolle über die Atomwaffen des abgeschotteten kommunistischen Staates aufwerfen würde.

Seitdem blieben Informationen rar. Ende Dezember meldete die Nachrichtenagentur, Kim Jong Il habe ein Konzert besucht und sei dabei von den zahlreichen Zuschauern bejubelt worden. Die Agentur verschwieg jedoch, wann das Konzert stattfand. Ähnlich unkonkret fiel eine Meldung über einen Besuch einer Kunstveranstaltung des Militärs aus. Kurz vor dem Jahreswechsel sagte der Wiedervereinigungsminister der Regierung im südkoreanischen Seoul, die Führung des Nachbarlandes sei stabil.

Die nun für den 8. März von der nordkoreanischen Agentur KCNA angekündigte Wahl lässt sich als Zeichen einer baldigen Genesung Kim Jong Ils werten. Die Wahl zur Obersten Volksversammlung, dem nordkoreanischen Scheinparlament, gilt als überfällig, da 2008 deren fünfjährige Amtsperiode abgelaufen ist. Sie tritt normalerweise zweimal jährlich zusammen, um den Haushaltsplan zu beschließen und weitgehend von der kommunistischen Arbeiterpartei vorgefasste Beschlüsse zu bestätigen.

Wie Hilfsorganisationen schildern, nutzt Nordkorea noch weitere Wege, um die Existenz seines Machthabers zu belegen: Das Land erhöhte das Strafmaß bei Republikflucht. Wie Vertreter von Hilfsorganisationen schilderten, sollen die verschärften Maßnahmen signalisieren, dass Kim Jong Il weiterhin Kontrolle über sein Land hat. Flüchtlingen drohen demnach nach ihrer Festnahme umgehende Schauprozesse und auf mehr als ein Jahr ausgedehnte Haftstrafen, mehr als doppelt so lang wie bisher.