ZEIT ONLINE: Herr Basic, ist das Ganze ein Werbegag?

Robert Basic: Nein. Ich verarsche ab und zu ganz gern mal die Leute. Aber der Wunsch, etwas Neues zu machen, war heftig. Es reicht. 

ZEIT ONLINE: Clevere Idee, den alten Content zu verscherbeln und woanders neu anzufangen, oder?

Robert Basic: Ich kann das Blog nicht wegschmeißen, all das, was ich mir in den Jahren erarbeitet habe. Ich hoffe auch, dass der Käufer es weiter als Blog betreibt. Ich weiß, hoffen kann man viel ...

ZEIT ONLINE: Ist es nicht eher so, dass Leute, die so viel Geld dafür zahlen, nur den Pagerank melken wollen, dass sie sich also nur für das Blog interessieren, weil es gut verlinkt ist?

Robert Basic: Der Pagerank selbst ist nicht besonders hoch, der steht bei vier. Selbst wenn man die verkauften Links rausschmeißt, wäre er nur bei sechs. Das ist nichts wert. Davon hat man nichts. Sinnvoller wäre es, auf die Bekanntheit zu zielen, um ein Produkt oder eine Firma schnell berühmt zu machen.

ZEIT ONLINE: Sie haben also nicht die Sorge, dass ein Suchmaschinenoptimierer es kauft, um die darin enthaltenen Links zu nutzen und es dann wegzuwerfen?

Robert Basic: Doch, klar. Das kann man nicht ausschließen. Derjenige könnte es auch weiterverkaufen. Aber es gibt ja auch clevere Optimierer, die keine Linkfarm für Viagra draus machen, sondern es richtig gut fortführen, die ein Forum dazu bauen, ein Gefühl dafür haben, was Kunden lesen wollen, und die nicht nur verlinken wollen. Die könnten das Blog richtig hochrasen.

ZEIT ONLINE: Das würde Sie nicht stören?

Robert Basic: Wenn es ein guter SEO ist, der liefert, was die Leute lesen wollen, dann wäre das o. k. Vielleicht fehlt das Herz, aber das muss ich hinnehmen. Möglicherweise kann man Blogs professionalisieren, sie geschäftlich betreiben.

ZEIT ONLINE: Unter diesem geschäftlichen Aspekt: Sie sagen, das Blog macht derzeit 37.000 Euro Werbeumsatz und der ließe sich problemlos steigern. Warum verkaufen Sie es dann?

Robert Basic: Wenn ich es behalten würde, müsste ich mich auch noch um die Vermarktung kümmern. Dazu habe ich keine Zeit. Außerdem, zu viel Geld tut nicht gut, ich brauche so viel gar nicht. Was soll ich mit dem Geld? Mir noch mehr Klamotten kaufen?

ZEIT ONLINE: Was machen Sie dann mit 50.000 Euro von eBay, wenn es denn so viel werden?

Robert Basic: Damit kann ich den Ausfall für die kommenden ein zwei Jahre kompensieren. Denn ich fange ja von Null an. Was ich ja auch wollte. Wenn der Neustart nicht gelingt, stehe ich dumm da, klar. Dann muss ich mir das Geld gut einteilen, um über die Runden zu kommen.

ZEIT ONLINE: Darf man ein persönliches Blog überhaupt verkaufen?

Robert Basic: Selbstverständlich. Ich verstehe aber die Frage unter einem Aspekt: Leser haben dort kommentiert, und jetzt bekommt meinen Content jemand anders. Allerdings interessieren die Kommentare den Käufer nicht besonders. Und ich entferne alle Mailadressen von Kommentatoren. Es gibt auch Leser, die sagen, man kann so ein Blog nicht verkaufen. Aber wenn man schon von Ethik spricht, muss man das Argument auch mal umdrehen. Leser sind in der Mehrheit egoistisch, sie wollen unterhalten und informiert werden, an meiner Person haben sie kein Interesse. Wo ist dabei deren Treue, deren Loyalität? Wenn das Blog ihnen nicht mehr gefällt, gehen sie einfach ohne Dankeschön zu sagen. Warum soll ich 80 Prozent der Leser die Treue halten, die mir nicht die Treue halten würden?

ZEIT ONLINE: Wie werden Sie weiterbloggen?

Robert Basic: Auf robert-basic.de werde ich das Ganze private Zeug schreiben, das die Fachleser nicht interessiert. Dann gibt es noch buzzriders.com , da will ich mich mit Internettrends beschäftigen, mit Mobilität und Technologie, bis hin zu Biochips oder Nanokleidung.