In einer am Mittwoch im Internet veröffentlichten Audio-Botschaft, die dem Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida zugeschrieben wird, heißt es, alle Gipfeltreffen und Außenministerkonferenzen der arabischen Staaten zur Lage im Gaza-Streifen seien sinnlos: "Der einzige Weg zur Befreiung der Al-Aksa-Moschee und Palästinas ist der Heilige Krieg."

In der 22-minütigen Tonband-Botschaft, in welcher der mutmaßliche bin Laden auch seine Freude über die Finanzkrise zum Ausdruck bringt, werden die Muslime in aller Welt zur Unterstützung der Palästinenser im Gaza-Streifen aufgerufen. Sie sollten sich dem Kampf entweder direkt anschließen oder diesen zumindest finanziell unterstützen.

Inzwischen hat sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in die Vermittlungsgespräche eingeschaltet. Zum Auftakt seiner Nahost-Reise rief er nach einem Gespräch mit Ägyptens Staatspräsident Hosni Mubarak Israel und die radikal-islamische Hamas zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Eine Sprecherin der Vereinten Nationen kündigte an, Ban werde auch unbeschränkte humanitäre Hilfe für die Zivilisten verlangen. Die tägliche Feuerpause zur Ermöglichung humanitärer Lieferungen sei nicht genug, hieß es. Weitere Stationen von Bans Reise sind Israel, Jordanien und Syrien. Ein Treffen mit Hamas-Vertretern ist nicht geplant.

Raketenangriffe aus dem Libanon

Die israelische Luftwaffe setzte ihre Offensive auch am 19. Tag fort. In der Nacht flogen Kampfjets etwa 60 Luftangriffe, dabei sind nach Angaben der israelischen Armee etwa 35 Tunnel beschossen worden, die dem Waffenschmuggel dienten. Zudem habe die Luftwaffe mehrere Waffenlager bombardiert. Zu möglichen Opfern gab es keine Angaben.

Am Mittwoch schlugen zum zweiten Mal seit Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen aus dem Libanon abgefeuerte Raketen in Israel ein. Ein israelischer Polizeisprecher sagte, außerhalb der Stadt Kiriat Schmona an der Nordgrenze des Landes seien drei Katjuscha-Raketen explodiert. Es gebe allerdings weder Sachschaden noch Verletzte.