Als sich die Spitzen der Großen Koalition am späten Montagnachmittag trafen, um das zweite Konjunkturpaket innerhalb weniger Monate festzuklopfen, stand zumindest eines trotz aller noch bestehenden Differenzen von Anfang an fest: Einigen würde man sich.  Angesichts der zunehmend schlechter werdenden Wirtschaftsdaten wollten die Regierungsparteien schnell handeln.

Sechs Stunden später war es dann tatsächlich so weit. Die Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Peter Struck, sowie CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer konnten den vor dem Kanzleramt in Berlin wartenden Journalisten Vollzug vermelden. Mit der Einigung auf ein 50 Milliarden schweres Maßnahmenbündel unternimmt die Große Koalition den bisher umfangreichsten Versuch der Nachkriegsgeschichte, die Wirtschaft durch staatliche Investitionen und Entlastungen zu stützen.

Gemeinsam habe man ein gutes Ergebnis erzielt, um Arbeitsplätze und Unternehmen in Deutschland krisenfest zu machen, sagte Kauder (CDU). Mit dem "Programm für Beschäftigung und Stabilität" wolle man den Menschen Zuversicht geben. Sein SPD-Kollege Peter Struck betonte, man hoffe nun, dass Bundestag und Bundesrat das Paket möglichst schnell billigen, damit die Entlastungen schon zum 1. Juli in Kraft treten können.

Relativ einig war man sich von Anfang an, dass das Paket ein Investitionsprogramm enthalten müsse, von dem vor allem Bildungseinrichtungen profitieren sollten. Nun hat die Große Koalition sich festgelegt: 18 Milliarden Euro sollen dafür in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung stehen.

Bis zuletzt war dagegen die Frage umstritten, in welchem Umfang das Paket auch Steuersenkungen beinhalten sollte. Vor allem die CSU hatte sich massiv für dieses Element eingesetzt, die SPD hatte es ursprünglich ganz abgelehnt, vor wenigen Tagen jedoch einen eigenen Vorschlag vorgelegt, mit dem vor allem Niedrigverdiener entlastet werden sollten.