Kampfflugzeuge hätten über Nacht 40 Ziele der radikalislamischen Hamas beschossen, teilte ein Armeesprecher mit. Dazu gehörten Waffenlager, Schmugglertunnel sowie Abschussrampen für Raketen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza sind seit Beginn der israelischen Militäroffensive vor knapp drei Wochen 1105 Menschen getötet und 5130 weitere verletzt worden.

Parallel zur Militäroffensive sondiert die israelische Führung Vorschläge für eine Waffenruhe. Ein hochrangiger Mitarbeiter im Verteidigungsministerium, Amos Gilad, wollte noch im Laufe des Tages nach Kairo fliegen und weitere Einzelheiten klären.

Außerdem will die israelische Außenministerin Zipi Liwni in Washington ein Abkommen unterzeichnen, mit dem der Waffenschmuggel an der Grenze von Ägypten zum Gazastreifen unterbunden werden soll. Erst danach ist mit einer offiziellen Antwort der israelischen Führung auf eine Waffenruhe zu rechnen.

Diese soll nach Informationen der Tageszeitung Haaretz vorerst nur befristet sein. Während dieser Zeit sollen die Grenzübergänge zum Gaza-Streifen für humanitäre Güter geöffnet werden. Ägypten will dann eine langfristige Feuerpause aushandeln, die zum Abzug der israelischen Truppen aus dem Gaza-Streifen sowie einem Ende der israelischen Blockade führen soll.

Der intensive Beschuss Gazas könnte nach Ansicht von Diplomaten auf ein baldiges Ende der Kämpfe hindeuten. Israel versuche offenbar, militärisch noch möglichst viel zu erreichen, bevor ein Waffenstillstand vereinbart werde. Dies sei eine klassische israelische Strategie, sagte ein Diplomat.

Ziel Israels ist, die radikalislamische Hamas zur Annahme einer Waffenruhe zu zwingen. Dies möglicherweise vor dem 20. Januar, an diesem Tag wird der neue US-Präsident vereidigt. Wie ein Hamas-Fernsehsender mitteilte, wurde bei den Angriffen vom Donnerstag der Innenminister der radikal-islamischen Organisation, Said Siam, getötet. Siam waren 13.000 Polizisten und Sicherheitsdienst-Mitarbeiter unterstellt.