Es ist nicht zu leugnen. Auch im Internet bewegen sich Menschen, die Kinder belästigen. Und es sind meist Minderjährige, die in schwierigen familiären Verhältnissen leben, die sich leichtgläubig auf sie einlassen und die Täter sogar treffen. Kinder, die auch in anderen Zusammenhängen gefährlich leben, sind nicht nur für kriminelle Erwachsene besonders anfällig, sondern auch für verbotene oder pornografische Inhalte im Netz.

Auch das hat eine Untersuchung der Internet Safety Technical Task Force bestätigt. Eine Arbeitsgruppe von 49 US-Staatsanwälten hatte sie unter der Leitung des Berkman Center for Internet and Society beauftragt, das Ausmaß der Gefahren für Kinder zu erfassen, die sich in Online-Netzwerken wie MySpace und Facebook bewegen.  

Missbrauch ist zwar ein Problem, das sich im Netz neu stellt, weil auch die Täter neue Wege finden, ihre Opfer aufzuspüren. Dass jedoch die Gefahr im Internet besonders groß sei, widerlegt die Untersuchung. Die sozialen Netzwerke haben dem Bericht zufolge das Risiko, von Erwachsenen belästigt zu werden, insgesamt nicht erhöht. Die Task Force hat wissenschaftliche Studien ausgewertet und technische Sicherheits-Tools testen lassen. Die Mitglieder haben nicht nur Forscher sondern auch Experten von 30 Firmen wie AOL, Facebook und MySpace befragt.

Trotzdem weist der Bericht darauf hin, dass noch weiter geforscht werden muss, um die Aktivitäten von Sexualstraftätern im Netz aufzuspüren und rechtzeitig zu unterbinden. Außerdem ist bisher viel zu wenig untersucht worden, wie stark Minderjährige von anderen Minderjährigen belästigt werden. Auch hier besteht noch viel Forschungs- und Handlungsbedarf.

Ähnlich verhält es sich mit Inhalten, die im Internet verfügbar, für Kinder aber problematisch sein können: illegale, Gewalt verherrlichende Seiten oder Pornografie beispielsweise. Zwar besteht die Gefahr, dass Kinder ungewollt darauf stoßen, doch viel wahrscheinlicher ist laut Untersuchung, dass diejenigen solchen Inhalten ausgesetzt sind, die sie aktiv suchen. Auch in diesem Zusammenhang wird zu wenig darauf geachtet, was Kinder und Jugendliche selbst an pornografischen und gewalttätigen Inhalten herstellen und veröffentlichen.

Sehr verbreitet im Web ist nämlich, das hat der Bericht der Task Force hervorgehoben, dass Kinder einander mobben. Kinder und Jugendliche werden in den Netzwerken von ihren Altersgenossen bloßgestellt, diffamiert, beleidigt. Es existieren Diskussionsgruppen, die nur zu dem Zweck gegründet wurden, um Mitschüler zu quälen.