Mit etwas Pech kommt es bei so einem Sturz aber zum Schädel-Hirn-Trauma, verursacht durch eine Prellung, Quetschung oder Blutung. Dabei wird immer auch ein Teil des Nervengewebes zerstört. Je nach Hirnregion kann es dann zum Beispiel zu Sprechstörungen kommen oder zu motorischen Problemen, die sich nicht ohne Weiteres beheben lassen. Und selbst wenn die fachmännische Behandlung und Rehabilitation hier einiges bewirkt: "Was am Gehirn einmal kaputt ist, das bleibt auch kaputt", konstatiert Meier. Auch wenn man heute weiß, dass auch Erwachsene in gewissem Maße Gehirnzellen neu bilden können: Bei Verletzungen von diesem Ausmaß gleicht das den Schaden nicht mehr aus. Bei Kindern ist diese Regenerationsfähigkeit ausgeprägter. Ab 20, spätestens 30 Jahren sei es damit aber dann vorbei, sagt der Berliner Neurochirurg.

Ein bedeutendes Problem bleibt indes, zwischen Trauma und Beule zu unterscheiden. Wie schwer der Kopf gelitten hat, ist in vielen Fällen nämlich gar nicht augenfällig, und gerade Verletzungen innerhalb des Gehirns sind nur schwer zu erkennen. Erste Anhaltspunkte liefert die Glasgow Coma Scale. Anhand dieser Skala zur Einschätzung einer Bewusstseinsstörung werden gleich nach dem Unfall die Reaktion der Augen, das Sprachvermögen und die Bewegungsfähigkeit bewertet. Für spontanes Augenöffnen und ein paar deutliche Worte gibt es Punkte, und damit meistens auch Entwarnung. Brabbelt der Verletzte jedoch unzusammenhängendes Zeug oder krümmt sich in sonderbarer Weise auf einen Schmerzreiz hin, spricht bereits alles für ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, das lebensbedrohlich ist und umgehend versorgt werden muss.

Wer auch nur über kurze Zeit das Bewusstsein verliert, sollte binnen 60 Minuten zur Abklärung in den Computertomografen, um möglicherweise Schlimmeres zu verhindern. "Blutungen können vergleichbare Folgen haben wie ein Schlaganfall, wenn sie nicht rasch operativ entfernt werden", sagt Neurochirurg Meier. Ob die Schädelbasis bricht, spielt dagegen meist eine eher untergeordnete Rolle – jedem anderen Knochen gleich, fügt sich hier meist wieder eins zum anderen.

Um die folgenreichen Traumata des Hirngewebes zu verhindern, empfehlen Experten nicht nur im Skiurlaub einen Schutz. "In allen Sportarten, bei denen Geschwindigkeiten von mehr als 20 Kilometer pro Stunde erreicht werden, sollte ein Helm getragen werden", meint Ullrich Meier. Denn egal, wie stark der Crash auch ist: Die harte Schale der Kappen verteilt die Kraft des Stoßes und mindert damit seine Härte – eine physikalische Lappalie, die unter Umständen Leben rettet. Der Helm kann auf dem Rad deshalb genauso wichtig sein wie beim Schlittschuhlaufen oder Inlineskaten. Gerade die Zweiradfahrer sträuben sich dennoch hartnäckig gegen den Schutz – nur jeder Vierte lässt sich auf die unpopuläre Haube ein. Was nach Ansicht von Meier nur einen Grund haben kann: "Die Leute unterschätzen das Risiko!"