Das Handelsblatt berichtet in seiner Donnerstagausgabe, Ziel sei es, die Kreditinstitute aus der anhaltenden Abwärtsspirale zu befreien, ohne sie zu verstaatlichen oder ihnen alle faulen Wertpapiere auf einen Schlag abzukaufen. "Das quartalsweise Abwerten der giftigen Wertpapiere kommt trotz des Rettungsschirms nicht zum Ende", zitierte die Zeitung einen mit den Verhandlungen von Regierung, Bundesbank und Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) Vertrauten. Nötig sei eine ergänzende Lösung, damit das Vertrauen der Banken untereinander wieder zurückkehre.

Eine klassische "Bad Bank", die den Instituten auf einen Schlag die extrem risikoreichen Papiere (auch giftige Papiere genannt) abnimmt und so die Verluste sozialisiert, lehnt die große Koalition ab. Als mögliche Lösung wird dem Handelsblatt zufolge nun erwogen, auf das Instrument der Ausgleichsforderung zurückzugreifen. Dieses Mittel sei bereits bei der deutschen Einheit 1990 zur Sanierung der DDR-Banken eingesetzt worden, sagte der CDU-Haushälter Steffen Kampeter.

In Teilen der Bundesregierung würden aber auch diese Überlegungen sehr kritisch gesehen. Es könne nicht sein, dass der Staat den Banken alle Risiken abnehme, zitierte das Handelsblatt Stimmen aus dem Kanzleramt.

Bei dem diskutierten Modell übernimmt der Staat die Wertpapiere im Tausch gegen eine Ausgleichsforderung in Höhe ihres Wertes zum Bilanzstichtag. Der Staat müsste damit den Banken nicht sofort Liquidität zur Verfügung stellen. Bei Fälligkeit der Papiere würde der Staat für den Wertverlust einstehen, bekäme aber von den Banken über 40 bis 50 Jahre einen Teil der Gewinne. "Die Banken würden sofort entlastet. Sie würden aber über viele Jahre an der Finanzierung ihrer Problempapiere beteiligt", zitierte die Zeitung aus Regierungskreisen. Die wichtigsten Weichenstellungen für eine solche "Bad Bank Light", seien im Lenkungsausschuss des SoFFin bereits getroffen, hieß es laut dem Bericht aus diesem Gremium.

Der Chef des Soffin, Günther Merl, tritt zum Ende des Monats zurück. Die Entscheidung wurde am Mittwoch bekannt. Bereits im Dezember war ein anderes Mitglied des Leitungsgremiums, Karlheinz Bentele, zurückgetreten. In beiden Fällen hatte der Fonds den Weggang mit "persönlichen Gründen" begründet.