Am Montag konnte Heiner Brand schon wieder lächeln. "Als ich die Bilder gesehen habe, war ich schon etwas erschrocken", berichtete der Trainer der deutschen Handballnationalmannschaft. Nach der Schlusssirene des Hauptrundenspiels gegen Norwegen am Sonntag (24:25) war Brand wutentbrannt auf die slowenischen Schiedsrichter Nenad Krstic/Peter Ljubic zugerannt, mit erhobener rechter Faust. "Ich verabscheue Gewalt", versicherte Brand nun.

Diese aufregenden letzten 14 Sekunden, als die Schiedsrichter einen Einwurf zweimal wiederholen ließen und so die letzte Chance auf ein Remis verwirkten, waren das beherrschende Thema. Brand distanzierte sich zwar von seinem Ausraster, nicht aber in der Sache. Vielmehr erneuerte er seine Kritik, dass das deutsche Team von den Schiedsrichtern benachteiligt worden sei. Tatsächlich sind Krstic/Ljubic schon unter Korruptionsverdacht geraten. Beim Champions-League-Halbfinale 2007 zwischen Valladolid und Flensburg gaben sie am Ende einen äußerst zweifelhaften Siebenmeter für die Spanier. Doch das ist lange her.

Nun Dänemark also. Schon wieder. Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres gibt es ein Ausscheidungsspiel gegen die Mannschaft von Ulrik Wilbek (17.30 Uhr, live bei RTL, der Sieger erreicht das Halbfinale am Freitag), und die vergangenen Ergebnisse verheißen wenig Gutes für den Titelverteidiger aus Deutschland. Im EM-Halbfinale 2008 von Lillehammer verlor Deutschland gegen den späteren Europameister mit 25:26. Nach dem 21:27 in der Vorrunde des olympischen Turniers von Peking musste Deutschland, zuvor hoch gewettet, nach Hause fahren.

Es gibt zwar eine Konstellation, wonach Weltmeister Deutschland sogar im Falle einer Niederlage noch das Halbfinale dieser WM erreicht (bei einem Sieg Serbiens gegen Mazedonien und einem Remis Polens gegen Norwegen), aber um ganz sicher zu gehen, braucht Brands Teams einen Sieg.

"Wenn unsere Torhüter einen guten Tag haben, kann man auch die Dänen schlagen", glaubt Pascal Hens, und auch Vereinskollege Johannes Bitter macht sich Mut. "Die Dänen schweben nicht über allen Mannschaften." Freilich weiß auch der Torwart: "Sie gehen als Favorit ins Spiel."

Schließlich fehlt fortan mit Michael Kraus der vielleicht wichtigste deutsche Profi. Der 25 Jahre alte Spielmacher flog am Sonntag früh zurück in die Heimat, um seine Verletzung (Diagnose: Bänderriss und -anriss im linken Sprunggelenk) behandeln zu lassen.