Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 82,6 Punkten im Vormonat auf 83,0 Zähler im Januar, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 81,0 Punkte gerechnet. Dies wäre dann der achte Rückgang in Folge gewesen.

Dass der monatelange Abwärtstrend gebrochen wurde, lag vor allem an den wieder etwas optimistischeren Erwartungen der befragten Unternehmen. Die 7000 befragten Unternehmen schätzten zwar die aktuelle Lage schlechter ein als im Dezember. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilten die Befragten aber günstiger als noch im Vormonat.

In Reaktion auf den unerwarteten Anstieg des ifo-Index stieg der Euro am Dienstag bis auf 1,3313 Dollar. Zu Handelsstart an den Aktienmärkten hatte der Euro um 1,3270 Dollar notiert. Der Dax baute sein Plus aus und stieg um 0,7 Prozent auf 4358 Zähler.

Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen erleichtert und überrascht: "Seit langer Zeit kommt wieder ein Hoffnungsschimmer auf", sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. "Das könnte ein erstes Anzeichen sein, dass wir im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung der Konjunktur bekommen." Allerdings müsse man vorsichtig sein. Noch befände sich der Ifo-Index auf sehr niedrigem Niveau.

Christoph Weil von der Commerzbank warnte davor "von einer Trendwende zu sprechen". Dafür sei es noch zu früh. Gleichwohl fange die Konjunktur jetzt "so langsam" an, sich zu stabilisieren. "Der Abschwung dürfte im Frühjahr zum Stillstand kommen", prognostizierte er.

Sebastian Wanke von der Dekabank sagte, dass sich nun zeige, dass die Wirtschaft langsam wieder Vertrauen fasst. Auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung dürfte in der zweiten Jahreshälfte zu wirken beginnen. "Vielleicht hat das zu einer Aufhellung der Stimmung beigetragen, wenngleich das Niveau des ifo weiter sehr niedrig bleibt."