Mitunter kann es sich als Vorteil herausstellen, wenn ein falsches Vorhaben – noch bevor es umgesetzt  wird – publik wird. In letzter Minute kann dann der Fehler unter großer öffentlicher Anteilnahme verhindert werden. Anschließend ist das Aufatmen groß, und das Ergebnis erscheint, gleich wie gut oder schlecht es tatsächlich sein mag, als Erfolg. Schließlich hätte alles noch viel schlimmer kommen können.

Beobachten ließ sich dies gerade mal wieder am Beispiel der Reform der Kfz-Steuer. Seit Jahren trägt sich die Politik mit dem Gedanken, diese an ökologischen Kriterien auszurichten. Herausgekommen wäre dabei nun beinahe das Gegenteil. Das Modell, das in der vergangenen Woche die Runde machte, hätte große, schwere Autos mit hohem CO2-Ausstoß stark entlastet, kleinere, sparsame Wagen dagegen nur geringfügig.

Immerhin, dieser Blödsinn, der selbst Autolobbyisten wie dem ADAC zu weit ging, wird nun nicht Realität werden. Aber ist deswegen schon gut, worauf man sich jetzt geeinigt hat?

Wenn man davon ausgeht, dass das eigentliche Ziel der Reform einmal war, eine ökologische Lenkungswirkung zu erzielen, muss man zumindest festhalten, dass diese deutlicher hätte ausfallen können. Nichtsdestotrotz ist es prinzipiell zu begrüßen, dass die Kfz-Steuer künftig in direkter Relation zu den klimaschädlichen CO2-Emissionen stehen wird. 

Weniger Kfz-Steuer als heute müssen Autofahrer deswegen vor allem für Wagen bezahlen, die unter 120 Gramm pro Kilometer C02 emittieren. Bei diesen entfällt der CO2-Anteil der Steuer nämlich zumindest für die kommenden zwei Jahre vollständig, es wird nur der auf den Hubraum bezogene Part fällig. Positiv ist deswegen auch, dass die Differenz zwischen der Belastung für relativ  klimafreundliche Autos  und derjenigen für echte Klimakiller deutlicher ausfallen wird als bisher, was manchen Neuwagenkäufer bei seiner Entscheidung durchaus beeinflussen könnte.