Neue Gewalt im Gaza-Streifen: Militante Palästinenser haben eine israelische Armeepatrouille an der Grenzlinie angegriffen. Über weitere Einzelheiten des Angriffs wurde in Israel eine Nachrichtensperre verhängt, was oft ein Hinweis auf mögliche israelische Opfer ist.

Ein israelischer Armeesprecher bestätigte lediglich, ein Sprengsatz sei nördlich von Kissufim auf der israelischen Seite der Grenze neben der Patrouille detoniert. Israelische Panzer feuerten daraufhin Granaten auf Häuser in dem Palästinensergebiet ab. Dabei wurde nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Palästinenser getötet.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass bei der Explosion tatsächlich ein israelischer Soldat getötet worden sei. Drei weitere Soldaten wurden verletzt, wie wiederum der Sender Al-Arabija berichtete.

Zu dieser Explosion bekannte sich weder die im Gazastreifen herrschende Hamas noch eine mit ihr verbündete Gruppe. Es ist der schwerwiegendste Angriff in Israel seit Ausrufung einer Waffenruhe im Gaza-Streifen vor neun Tagen.

Israel hatte seit Ende Dezember einen 22 Tage währenden Krieg gegen die radikal-islamische Hamas geführt und vor gut einer Woche einseitig einen Waffenstillstand verkündet. Die israelische Weigerung, die Blockade des dicht besiedelten Küstenstreifens vollständig aufzuheben, ließ allerdings Zweifel an der Haltbarkeit des Waffenstillstandes aufkommen.

US-Präsident Barack Obama hatte Israelis und Palästinenser zuvor aufgefordert, wieder Friedensverhandlungen aufzunehmen . Beide Seiten befänden sich zurzeit auf einem Weg, der ihnen weder Wohlstand noch Sicherheit bringe, sagte Obama dem arabischen TV-Sender Al-Arabija. Die Entsendung des neuen US-Nahostbeauftragten George Mitchell sei ein Zeichen dafür, dass er nicht erst bis zum Ende seiner Amtszeit warten wolle, um sich mit dem Nahost-Friedensprozess zu befassen.