Deutschlands oberster Bankenretter wirft den Brocken hin. Nach wenigen Monaten gibt Günther Merl seinen Posten an der Spitze des Finanzmarktfonds Soffin auf. Der Fonds verliert einen qualifizierten Banker. Das ist schade. Aber man sollte es nicht überbewerten.

Merl geht, weil er keine Lust mehr darauf hatte, dass die Berliner Politik ständig in seine Arbeit hineinredet.  Aber so sind nun einmal die Regeln des Spiels. Der Soffin wurde per Gesetz von der Regierung ins Leben gerufen und mit Steuergeldern finanziert. Der Fonds ist eine Staatsveranstaltung, man braucht ihn, weil in der Krise der Markt versagt. 

Es ist nur konsequent, wenn gewählte Politiker für die Verwendung diese Mittel verantwortlich sind. Das hätte Günther Merl eigentlich klar sein müssen, als er sein Amt antrat. Wenn er lieber eigenständig wirtschaftet, muss er bei einer privaten Bank anheuern – solange es diese noch gibt.

Die Regierung sollte sich jetzt schnell auf die Suche nach einem Banker machen, der mit dieser Ausgangslage zurechtkommt. Das Gute an der Krise: Es ist kein Problem, qualifizierte Finanzexperten zu finden. Zweitens muss Berlin endlich klar machen, wie die Rettung weitergehen soll. Die Geldinstitute rutschen immer tiefer in die Krise, die Politik muss handeln, wenn sie einen Kollaps der Wirtschaft verhindern will.

Die entscheidende Frage ist jetzt die des richtigen Instruments. Die Regierung kann den Banken ihre faulen Wertpapiere abkaufen oder sie weiter verstaatlichen. Variante zwei ist ökonomisch die sinnvollere und wäre deshalb empfehlenswert. Aber am allerwichtigsten ist jetzt, dass die Märkte Klarheit haben. Die Regierung sollte sich schnell entscheiden.