Bereits am Donnerstag sollen Warnstreiks zusätzlichen Druck für die Verhandlungen aufbauen. Fahrgäste quer durch die Republik müssen sich damit wieder auf Behinderungen einstellen - wann und wo, wollen die beiden großen Arbeitnehmerorganisationen Transnet und GDBA am Mittwoch bekannt geben. Eisenbahner diverser Bereiche seien aufgerufen, hieß es bisher nebulös. Die Aktionen sollten "spürbar und steigerungsfähig" sein.

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die festgefahrenen Verhandlungen beim Streitthema Arbeitszeiten, wie Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel erläuterten. Seit dem Auftakt der Gespräche am 23. Januar habe die Bahn dazu keine akzeptablen Angebote vorgelegt. In der zweiten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag war man sich nicht nähergekommen.

Die Mitarbeiter verlangen konkret mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr. In puncto Einkommen fordern die Gewerkschaften zudem zehn Prozent mehr Geld für rund 130.000 Beschäftigte. Die Bahn hat bisher jeweils ein Prozent für 2009 und 2010 sowie Einmalzahlungen in Aussicht gestellt.

Auf der Arbeitgeberseite sorgte die Warnstreik-Ankündigung für Kritik. Schließlich gebe es Fortschritte in den Gesprächen, und für Mittwoch, Donnerstag und Freitag seien die nächsten Verhandlungstermine schon vereinbart, sagte ein Bahnsprecher.

Für Bahn-Personalvorstand Norbert Hansen - zuvor lange Jahre Transnet-Chef – kommt der Druck nun erstmals von der anderen Seite. Gleich zum Auftakt hatte Hansen ein Zeichen gesetzt und noch vor dem ersten Treffen ein Angebot verschickt, wofür sich Arbeitgeberdelegationen sonst gern einige Gesprächsrunden lang Zeit lassen.