Der frühere Postchef Klaus Zumwinkel hat in seinem Steuerstrafverfahren vor dem Bochumer Landgericht zugegeben, Teile seines Vermögens in einer Liechtensteiner Stiftung deponiert und dadurch knapp eine Million Euro Steuern hinterzogen zu haben. "Der mit der Anklage gegen mich erhobene Vorwurf trifft zu. Es war der größte Fehler meines Lebens. Zu diesem Fehler stehe ich". Er sei bereit, dafür die volle Verantwortung zu übernehmen.

Die Steuerschuld habe er bereits beglichen, mit den Finanzbehörden sei er deshalb jetzt im Reinen, sagte Zumwinkel. Er entschuldigte sich ausdrücklich für sein Fehlverhalten. Nach seinem Geständnis könnte das Gericht schon am kommenden Montag ein Urteil fällen.

Zuvor hatte der frühere langjährige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post dem Gericht seine derzeitige finanzielle Situation geschildert. Demnach schätzt er sein aktuelles Vermögen auf etwa 13 Millionen Euro. Zumwinkel erklärte vor der 12. Wirtschaftsstrafkammer, er habe inzwischen sämtliche Mandate und Posten in der Wirtschaft niedergelegt. Dennoch rechne er für das laufende Jahr mit einem Netto-Einkommen von rund 600.000 Euro. Darüber hinaus verfüge er über Aktien und Beteiligungen im Wert von rund acht Millionen Euro. Seine Villa am Gardasee sei etwa fünf Millionen Euro wert.

Zu Beginn des Prozesses hatte der Vorsitzende Richter Wolfgang Mittrup Berichte dementiert, nach denen es vor der Verhandlung eine Vereinbarung zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht gegeben habe. Der Richter sagte: "Eine irgendwie geartete Absprache zur konkreten Strafhöhe gab und gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht." Vor dem Prozess habe es aber selbstverständlich Gespräche über den Verfahrensablauf gegeben. Dies sei für die Planung der Kammer wichtig gewesen.

Der Prozess gegen Klaus Zumwinkel ist einer der spektakulärsten Steuerfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Gegen den prominenten Manager wird wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung verhandelt. Die 12. Große Strafkammer des Landgerichts will kurzen Prozess machen und hat nur zwei Verhandlungstage angesetzt. Der Besucherandrang war groß: Vor dem Gerichtsgebäude bildeten sich am Donnerstagmorgen lange Schlangen.