Kurmanbek Bakijew, der Präsident Kirgistans, verkündete Dienstagabend, dass die USA ihren Militärstützpunkt Manas schließen müssten. Bereits am Mittwoch hat die Regierung dem kirgisischen Parlament ein entsprechendes Gesetz vorgelegt. Abgeordnete sagten, es werde nächste Woche zur Abstimmung kommen. Sollte das Gesetz angenommen werden, hätten die USA laut Mietvertrag mit Kirgistan ein halbes Jahr Zeit, um das Lager zu räumen. 

Der US-Luftwaffenstützpunkt Manas im Norden des Landes ist für die Versorgung der Soldaten in Afghanistan von entscheidender Bedeutung, sagte General David Petraeus während seiner Zentralasien-Reise vor wenigen Wochen. Manas wird auch von Nato-Truppen genutzt und ist die einzige US-Militärbasis in Zentralasien. Der Verlust des Stützpunktes würde die geplante Verstärkung des amerikanischen Nato-Kontingents um 30.000 Soldaten gefährden, befürchten Analysten.

Ein Pressesprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, man sei über eine Schließung bislang nicht informiert worden und erwarte, in weiteren Verhandlungen mit der Regierung Kirgistans eine Lösung finden zu können. Er fügte hinzu, das US-Militär sei nicht auf den kirgisischen Stützpunkt angewiesen: "Wir haben verschiedene Nachschublinien für Afghanistan, sowohl zu Land als auch zu Luft."

Wie schnell jedoch die Versorgung der Truppen in Afghanistan ins Stocken geraten kann, zeigte am Dienstag ein  Bombenanschlag auf eine Brücke in der Nähe des Khaiber-Passes an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan. Die Strecke, auf der drei Viertel des Nachschubs für Nato-Truppen nach Afghanistan gelangen, musste gesperrt werden. In der Nacht zum Donnerstag wurden in der Nähe der Stadt Landi Kotal mindestens zehn Lkws mit Versorgungsgütern in Brand gesteckt, die wegen der Sperrung geparkt waren. Bereits Anfang des Jahres wurden in der Grenzstadt mehr als 100 Lkws angezündet. 

Der Khaiber-Pass musste dieses Jahr bereits mehrfach nach Bombenanschlägen und Angriffen von Taliban geschlossen werden. Die Nato-Länder versuchen deswegen, alternative Nachschublinien über die ehemaligen Sowjetrepubliken im Norden Afghanistans zu erschließen. Mitte Januar konnte ein Transit-Abkommen mit Tadschikistan erzielt werden.