In den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn blockiert der Streit um die künftigen Arbeitszeiten eine mögliche Einigung. Daran könne eine Einigung durchaus noch scheitern, sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel am Rande der Gespräche in Frankfurt am Main. Die von den Gewerkschaften verlangten zwölf freien Wochenenden im Jahr dürften nicht mit Gegenforderungen der Bahn beantwortet werden. "Das ist für uns ein sehr, sehr wichtiges Thema, eine soziale Frage und eine Mindestnorm für Menschen in durchgehenden Schichtsystemen". Hommel kritisierte, der Konzern taktiere bei dem Thema und spiele auf Zeit.

Transnet-Chef Alexander Kirchner betonte die Komplexität der Arbeitszeitfragen, die in einzelnen Arbeitsgruppen die ganze Nacht
über diskutiert worden sei. Wenn es in diesem Punkt zu einem Durchbruch komme, könne eine Einigung sehr gut erfolgen. Anderenfalls drohten neue Warnstreiks bereits in der kommenden Woche. Bereits am vergangenen Donnerstag hatten die Gewerkschaften mit ersten Arbeitsniederlegungen den Druck auf das Unternehmen erhöht.

In der Frage der Bezahlung der Bahnbeschäftigten haben sich die beiden Tarifparteien aber offenbar angenähert. "Wir sind in vielen Punkten nach vorne gekommen", sagte Kirchner. Am Freitagabend hatte die Bahn ihr bisheriges Tarifangebot aufgestockt und gestaffelte Einkommenserhöhungen in Höhe von insgesamt 4,5 Prozent bei 18 Monaten Laufzeit angeboten. Darin sei auch eine Einmalzahlung von 400 Euro enthalten. Zurückgenommen wurde die zuvor verlangte Bindung einiger Erhöhungen an den
Unternehmenserfolg.

Neben der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA, die mit der Bahn um einen neuen Tarifvertrag für rund 130.000 Mitarbeiter verhandelt, will auch die kleine, parallel, aber separat verhandelnde Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) neben den ebenfalls noch ungelösten Arbeitszeitfragen weiterhin einen Qualifizierungsvertrag für die mehr als 10.000 Lokführer durchsetzen. Hier sei man noch nicht weitergekommen, sagte ein GDL-Sprecher.

Die Gewerkschaftler waren mit der Forderung nach 10 Prozent mehr Geld und besseren Einsatzplanungen in die Verhandlungen gegangen. Nach ihren Vorstellungen sollte die Laufzeit ein Jahr betragen. Die Bahn dagegen hatte bislang vor allem darauf gepocht, dass die Gehälter nur dann deutlicher steigen, wenn das Unternehmen seinen Rekordgewinn 2008 von rund 1,8 Milliarden Euro wiederholen könne.