1899 Hoffenheim - Energie Cottbus 2:0

Das "Not-Sturmduo" Demba Ba und Boubacar Sanogo hat Herbstmeister 1899 Hoffenheim einen Traum-Einstand in der Rhein-Neckar-Arena beschert. Beim 2:0 (1:0)-Erfolg des Aufsteigers erzielten die beiden Angreifer die Treffer für den Tabellenführer und ließen den Ausfall des am Kreuzband verletzten Toptorjägers Vedad Ibisevic vergessen. Ba brachte die Gastgeber vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Heimstätte vor der Pause in Führung (28.). Der von Werder Bremen gekommene Sanogo machte nach dem Seitenwechsel alles klar (63.). Timo Hildebrands Debüt im Hoffenheimer Tor verlief dagegen alles andere als erfreulich. Der frühere Nationaltorhüter musste nach einer Stunde verletzt ausgewechselt werden.

Ohne ihren Knipser Ibisevic taten sich die Hausherren anfangs sehr schwer und benötigten eine knappe halbe Stunde, um in Fahrt zu kommen. Rangnick hatte sein System nach dem Ausfall des Bosniers und von Chinedu Obasi (Muskelfaserriss im Oberschenkel) von drei auf zwei Stürmern umgestellt. Neben Ba feierte Sanogo sein Debüt im Hoffenheimer Trikot, blieb im ersten Durchgang jedoch mit Ausnahme einer Kopfball-Chance (36.) weitgehend unscheinbar. Dafür blühte Ba regelrecht auf und erzielte in der 28. Minute das erste Tor im neuen Stadion. Nach einer Flanke des starken und im offensiven Mittelfeld sehr präsenten Selim Teber legte sich der Senegalese den Ball selbst mit dem Kopf vor und vollstreckte dann aus kürzester Distanz. Sieben Minuten später hatte Ba die nächste Gelegenheit, schoss aus rund 20 Metern aber über das Tor.

Von den Gästen aus der Lausitz, die nach dem schwachem Pokalauftritt in Leverkusen (1:3) am Mittwoch ein Kurztrainingslager in Wiesloch aufgeschlagen hatten, war dagegen so gut wie nichts zu sehen. Energie-Coach Bojan Prasnikar hatte mit dem Tschechen Jan Rajnoch im defensiven Mittelfeld zwar einen Neuzugang aufgeboten, der dem Spiel der Gäste auch etwas mehr Stabilität verlieh. Offensiv blieb Cottbus, das in der Hinrunde mit zwölf Treffern die wenigsten Tore der gesamten Liga geschossen hatte, aber alles schuldig.

Hildebrand erlebte bei seinem ersten Pflichtspiel im Hoffenheimer Gehäuse deshalb einen zunächst ruhigen Nachmittag. Nur in der 34. Minute, als er nach einer Flanke von Ervin Skela leichte Unsicherheiten offenbarte, und in der 36. Minute, als er gegen Sörensen zur Stelle war, musste der frühere Nationaltorhüter eingreifen. Kurz nach der Pause war der Arbeitstag für den aus Valencia gekommenen Keeper aber zu Ende. Nach einem Zusammenprall mit Timo Rost, bei dem der Gäste-Kapitän nur die Latte traf, musste der 29-Jährige mit einer Beckenprellung vom Platz. Sein Ersatz Daniel Haas konnte sich in der Folgezeit nicht mehr auszeichnen, da die Gäste weiter harmlos blieben. Stattdessen nutzte Sanogo einen Konter nach Zuspiel von Ba zum 2:0 und sorgte damit für die Entscheidung. Für den Stürmer war es bereits der zweite Treffer gegen die Lausitzer in dieser Saison. Am vierten Spieltag hatte er bereits im Bremer Trikot gegen Cottbus getroffen.
 
Hertha BSC – Eintracht Frankfurt 2:1

Dank Marko Pantelic ist Hertha BSC nun der Hoffenheim-Jäger Nummer eins. Die Berliner bezwangen Eintracht Frankfurt durch einen Doppelpack des Serben und rückten in der Tabelle mit 36 Punkten auf Rang zwei vor. Für das Team von Hertha-Chefcoach Lucien Favre, der in der Startelf noch auf die Winter-Einkäufe Leandro Cufré und Marko Babic verzichtet hatte, war es der siebte Heimsieg in Folge. Für die Frankfurter, die durchaus ihre Chance auf einen Punktgewinn hatten, traf der ehemalige Herthaner Benjamin Köhler (52.).

Die Treffer für die Gastgeber markierte einmal mehr Torjäger Pantelic (17. und 50. Minute), für den wohl das letzte halbe Jahr als Hertha-Profi angebrochen ist. Der Vertrag mit dem 30-Jährigen läuft im Sommer aus, Pantelic hält bereits Ausschau nach einem neuen Verein im europäischen Ausland. Vor 39.847 Zuschauern im kalten Olympiastadion avancierte Pantelic schon nach einer Viertelstunde zum Hauptdarsteller. Mit einem Pass auf Kapitän Arne Friedrich leitete der Stürmer selbst seinen fünften Saisontreffer ein. Eintracht-Neuzugang Nikola Petkovic konnte die Flanke von Friedrich nicht verhindern, den Fallrückzieher von Andrej Woronin blockten die Frankfurter noch ab, den Abstauber setzte Pantelic in die Maschen. Nicht nur in dieser Situation wirkte die Gäste-Abwehr wenig souverän.

Cicero hätte schon nach einer halben Stunde für die Berliner, die ohne acht verletzte Spieler auskommen mussten, nachlegen können. Doch nachdem Eintracht-Keeper Markus Pröll Pantelic gefoult hatte, schoss der Brasilianer den fälligen Elfmeter zu schwach und Pröll wehrte ab. Später musste der "Elfmeter-Töter" wegen einer Verletzung, die er sich beim Foul gegen Pantelic zugezogen hatte, ausgewechselt werden.

Die Mannschaft von Eintracht-Coach Friedhelm Funkel, der genau wie sein Kollege Favre vor der Rückrunde mit einem neuen Vertrag ausgestattet worden war, setzte durch Nikos Liberopulos (23.) und einen Köhler-Freistoß (31.) die ersten Ausrufezeichen. Doch Zählbares brachte auf der anderen Seite zunächst wieder nur Pantelic zustande, als er gleich drei Frankfurter narrte und aus 22 Metern ins linke untere Eck zu seinem sechsten Saisontor traf. Zwei Minuten später schaffte Köhler nach einem misslungenen Schuss von Liberopoulos allerdings den Anschluss. Beide Teams erarbeiteten sich in dem abwechslungsreichen Spiel noch eine Reihe von Einschuss-Möglichkeiten. Doch Hertha-Keeper Jaroslav Drobny parierte gegen Versuche von Alexander Meier (59./89.) und Neuzugang Leonard Kweuke (70.). Für Hertha verpassten Raffael (69.) und nochmals Pantelic (73.) weitere Treffer.

Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 1:1

Die Leverkusener haben einen Traumstart in die Rückrunde verpasst, aber Kurs auf einen Europacup-Platz gehalten. Nur drei Tage nach dem verheißungsvollen Sieg über Energie Cottbus im Pokal-Achtelfinale wehrte die als Titel-Geheimfavorit gehandelte Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia den Vorstoß des nur drei Punkte entfernten Tabellennachbarn ab und verteidigte den fünften Rang erfolgreich. Torjäger Patrick Helmes (63.) sorgte vor 73.700 Zuschauern für den verdienten Ausgleich. Alexander Frei (36.) hatte den in der 2. Halbzeit stark nachlassenden BVB in Führung gebracht.

Die personell geschwächte Borussia, die neben vier verletzten Stammspielern noch auf den gesperrten Spielmacher Tamas Hajnal verzichten musste, fand erst nach fahriger Anfangsphase ins Spiel. Unbeeindruckt vom stärkeren Beginn der Gäste, die im Mittelfeld die Akzente setzten und bei Chancen von Helmes (6./15.) schon früh Torgefahr andeuteten, übernahm der BVB die Regie. Dabei trat vor allem Frei wiederholt in Erscheinung: Zunächst klärte René Adler in der 18. Minute weit vor seinem Tor in höchster Not gegen den Schweizer Nationalspieler. Doch 18 Minuten später war der deutsche Nationalkeeper machtlos: Ausgerechnet Lukas Sinkiewicz, der sein erstes Bundesligaspiel seit seinem Kreuzbandriss bestritt, patzte in einem Zweikampf mit Patrick Owomoyela an der Außenlinie und leitete damit den Rückstand für sein Team ein. Die anschließende Flanke köpfte Torjäger Frei aus kurzer Distanz ein und markierte damit seinen 5. Saisontreffer.

Abgesehen von der Anfangsphase blieb die hoch eingeschätzte Bayer-Elf, die in Zukunft auf die Dienste des am Samstag verpflichteten Toni Kroos (Bayern MÜnchen) setzen kann, bis zur Pause den Nachweis ihrer Klasse schuldig. Erst nach Wiederanpfiff wendete sich das Blatt. Zunächst klärte BVB-Keeper Roman Weidenfeller gegen Helmes (47.), nur zwei Minuten später traf Stefan Kießling per Kopf die Latte.

Wie schon beim Pokalspiel gegen Bremen verspielte der BVB die Führung nach der Pause. Nach schöner Vorarbeit von Tranquillo Barnetta brachte Helmes sein Team mit seinem 13. Saisontreffer zurück ins Spiel. Nur mit Mühe und Not rettete die nun stark nachlassende Borussia das 1:1 über die Zeit. Bei Chancen von Barnetta (67./73.) und Kießling (80.) war Bayer dem 2:1 nahe.
 
Hannover 96 - Schalke 04 1:0

Schalke 04 hat den Start in die Rückrunde verpatzt. Die nach einer schwachen Hinrunde unter Druck stehenden Gelsenkirchener verloren im ersten Punktspiel des neuen Jahres den Anschluss zu den anvisierten Champions-League-Plätzen. Die in der ersten Halbserie ebenfalls schwachen Hannoveraner feierten hingegen vor 45.667 Zuschauern drei Punkte dank des Tores von Sergio Pinto (8.). Die Schalker besaßen in einer insgesamt mäßigen Partie zwar mehr Torchancen, enttäuschten aber im Abschluss.