Die Oldtimer von Davos haben schon vor Jahren eine absolut richtige Zukunftstheorie entwickelt: den  "Two-Year Inverted Leading Indicator"  – den "Zwei-Jahre Umgekehrten Frühindikator". Auf deutsch: Die Institutionen oder Leute, die hier als Helden gefeiert werden, sind zwei Jahre später Staub und Asche.

Zwei Jahre bevor die "Asiatischen Tiger" lahm geschlagen wurden, waren sie die ökonomische Zukunft der Welt. Dann gingen die Dotcom-Giganten 2001 in Flammen auf. Es folgte der Triumphzug der Finanz-Akrobaten, der Hedgefonds und Private Equity Fonds. Heute liegen sie am Boden und müssen ihre Gulfstream-5 Flugzeuge verkaufen.

Deshalb die Große Frage: Wer wurde auf diesem Weltwirtschaftsforum als Herrscher des Universum gefeiert? Die Antwort dieses Autors nach einer kurzen Umfrage: die Propheten des "Es wird alles noch viel schlimmer werden" unter den Ökonomen.

Der berühmteste von ihnen ist Nouriel Roubine, gefolgt von dem Harvard-Öklonomen Kenneth Rogoff und schließlich dem Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. Unter den Journalisten ist es der Wirtschaftskorrespondent der Financial Times, plus viele weniger bekannte Geister. Ihnen gemeinsam ist der abgrundtiefe Pessimismus: Wir haben es euch schon immer gesagt, und diese Krise ist erst der Anfang.

Gegrummelt haben sie in der Tat schon immer, aber wer in einer zyklischen Welt den Abschwung voraussagt, wird natürlich irgendwann immer Recht haben – wie eine kaputte Uhr, die zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigt.