Ein Privatsammler aus Asien zahlte 13,3 Millionen Pfund, umgerechnet 14,7 Millionen Euro, für La Petite Danseuse de Quatorze Ans, den Bronzeabguss des berühmten Wachsmodells einer 14 Jahre alten Tänzerin. Der Erlös übertraf damit den Höchstschätzpreis von 12 Millionen Pfund, wie das Auktionshaus Sotheby’s mitteilte.

Das Original, das um 1880 entstand, ist die einzige Figur, die zu Degas’ Lebenszeit (1834-1917) ausgestellt wurde. Der Abguss entstand 1922, nachdem die Wachsfigur im Atelier des französischen Impressionisten gefunden wurde. Er ist einer von wenigen, die sich noch in Privatbesitz befanden. Mit der Versteigerung der Figur ist auch gleich der Rekord von bisher 7,5 Millionen Pfund für eine Skulptur Degas' gebrochen worden.

Doch ein Beleg dafür, dass sich am Kunstmarkt  "echte Werte" nach wie vor gut behaupten, ist damit nicht erbracht. So wechselte das bedeutende Gemälde Straßenszene des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner für 5,4 Millionen Pfund (6 Millionen Euro)  seinen Besitzer.  Kirchner (1880-1938), Mitbegründer der Künstlervereinigung "Die Brücke", schuf zwischen 1913 und 1915 elf Versionen der Berliner Straßenbilder in Öl. Das Gemälde, das jetzt versteigert wurde, ist nach Angaben von Sotheby’s das einzige, das noch im Privatbesitz geblieben war. Dennoch kam es nicht auf den Höchstschätzpreis von 7 Millionen Pfund.

Insgesamt lag die Auktion impressionistischer und moderner Kunst mit 32,56 Millionen Pfund deutlich unter den Erwartungen von bis zu 55 Millionen Pfund. Auch der Kunstmarkt ist durch die Finanzkrise stark in Mitleidenschaft gezogen worden.