Der von Papst Benedikt rehabilitierte Holocaust-Leugner hat sich bei dem Kirchenoberhaupt für Unannehmlichkeiten entschuldigt, seine umstrittenen Äußerungen aber nicht zurückgezogen. In einem am Freitag im Internet veröffentlichten Brief bat Bischof Richard Williamson den Papst um Verzeihung für "die unnötige Bedrängnis und die Probleme", die er ihm verursacht habe.

Seine Äußerungen, in denen er unter anderem die Existenz von Gaskammern und den millionenfachen Mord an Juden leugnete, widerrief der Brite nicht, sondern nannte sie lediglich "unüberlegt".

Der deutsche Papst hatte vergangenes Wochenende die Exkommunizierung von Williamson und drei weiteren ultrakonservativen Bischöfen aufgehoben. In der jüdischen Welt löste dies einen Sturm der Entrüstung aus.

Wörtlich hieß es in der Mitteilung Williamsonsan an Kardinal Castrillón Hoyos: "Angesichts des schrecklichen Sturms, der durch meine unvorsichtigen Kommentare im schwedischen Fernsehen heraufbeschworen wurde, bitte ich Sie mit allem Respekt, den Ausdruck meines tief empfundenen Schmerzes wegen der von mir ausgelösten unnötigen Verunsicherungen und Probleme zu akzeptieren."  Für ihn habe nur die Wahrheit Bedeutung, fügte Williamson hinzu.

Das kurze Schreiben endet mit einem Bibelzitat aus dem Alten Testament: "Jonas sagte: "Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist." (Jonas, 1,12). Der aus Großbritannien stammende Williamson (68) leitet seit 2003 ein Priesterseminar in der Nähe der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Angesichts der nicht abebbenden Welle der Kritik hatte sich der Vatikan am Freitag erneut klar von der Leugnung des Holocaust distanziert und seinerseits den Druck auf Williamson verstärkt. Wern den Holocaust leugne, "leugnet den christlichen Glauben selbst", sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi: "Und das ist umso schlimmer, wenn es aus dem Mund eines Priesters oder eines Bischofs kommt."