Wie ein UN-Sprecher dem britischen Sender BBC berichtete , hätten sich die Menschen in einem provisorischen Krankenhaus in Suranthapuram aufgehalten, als sie durch Artilleriebeschuss getötet wurden. Es sei unklar, wer geschossen habe.

Ein anderes Krankenhaus in der Region sei von Streubomben getroffen worden. Dort hätten sich allerdings nur wenige Menschen aufgehalten. Über Opferzahlen gab es keine Angaben. Die sogenannte "Cluster-Munition" gilt für die Zivilbevölkerung als gefährlich, weil sich Blindgänger unkontrolliert im Abwurfgebiet verteilen und noch Jahre später für Tote und Verletzte sorgen können. Ein Abkommen zum Verbot dieser Waffen wurde bislang von vier Ländern weltweit ratifiziert und von 91 weiteren Staaten unterschrieben.

Hilfsorganisationen sind sehr besorgt über das Schicksal der 250.000 Zivilisten, die nach Schätzungen im Kampfgebiet im Nordosten eingekesselt sind. Die Armee hat die Tamilen-Rebellen, die einst weite Teile der Insel kontrollierten, dort auf einen kleinen Streifen Land zurückgedrängt und umstellt.

Die Regierung Sri Lankas hat nochmals die endgültige Zerschlagung der tamilischen Rebellengruppe LTTE in den kommenden Tagen angekündigt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Terroristen in ein paar Tagen entscheidend besiegen werden", sagte Präsident Mahinda Rajapakse bei der Militärparade zum 61. Unabhängigkeitstag am Mittwoch in Colombo.

Er forderte sich im Ausland befindende Flüchtlinge auf, baldmöglichst zurückzukehren. "Wir bewegen uns in Richtung einer Ära der nationalen Wiedererweckung", sagte er. Die Parade fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Nach Angaben der Armee starben seit Beginn der Offensive gegen die LTTE im August 2006 mehr als 12.000 Rebellen und 3500 Soldaten. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht. Das Militär gewährt Journalisten und anderen unabhängigen Beobachtern keinen Zugang zum Kampfgebiet.

Die LTTE, die auch in der EU auf der Liste der Terrororganisationen steht, kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit in Sri Lanka. Beobachter rechnen damit, dass Teile der verbliebenen Mitglieder auch bei einer Zerschlagung ihren Kampf fortführen und im Untergrund agieren werden.