Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gingen allein im Januar für rund 290.600 Arbeitnehmer neue Anmeldungen für konjunkturell bedingte Kurzarbeit ein, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Damit haben die Unternehmen wegen Auftragsrückgängen seit Oktober fast 775.000 Beschäftigte für Kurzarbeit angemeldet. Im Dezember war mit 295.500 Anmeldungen ein ähnlich hoher Stand verzeichnet worden.

Mit Kurzarbeit können die Betriebe Auftragsflauten ohne Entlassungen überbrücken. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt 60 Prozent und bei Arbeitnehmern mit Kindern 67 Prozent des dadurch ausfallenden Nettolohns. Die Bundesregierung hatte die Unternehmen ausdrücklich ermutigt, in Zeiten der Wirtschaftskrise auf Kurzarbeit zu setzen, statt Arbeitsplätze abzubauen. Als Anreiz dafür übernimmt die BA die Hälfte der bisher von den Arbeitgebern allein zu tragenden Sozialabgaben für Kurzarbeit.

Zur konjunkturell bedingten Kurzarbeit kommt noch die Saisonkurzarbeit hinzu, die wetterbedingt vor allem am Bau entsteht. Dafür wurden im Januar 49.300 Beschäftigte neu bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet. Insgesamt verzeichnete die BA daher im Januar rund 347.400 Anmeldungen für Kurzarbeit.

Bei den veröffentlichen Zahlen handelt es sich um sogenannte Anzeigen von Kurzarbeit. Diese Anzeigen sind Voraussetzung dafür, dass Betriebe für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten. Die genaue Zahl der tatsächlich in Zwangspausen geschickten Arbeitnehmer kann die Behörde derzeit nicht nennen, da diese Zahlen jeweils zum Ende eines Quartals erfasst werden.

Die neuesten Zahlen für das im Dezember zu Ende gegangene Quartal veröffentlicht die Bundesanstalt für Arbeit Ende Februar.