Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warb dafür, "sich die einzelnen Personen sehr sorgfältig anzuschauen". Wie die Stuttgarter Nachrichten berichtet, will auch das zuständige Bundesinnenministerium konkrete Einzelfallprüfungen. "Für uns steht im Vordergrund, ob die Sicherheit der Bundesrepublik gefährdet ist", sagte ein Ministeriumssprecher. Zunächst wolle man jedoch abwarten, ob überhaupt Anfragen aus Washington kämen.

Laut Staatsangehörigkeitsrecht sind für das Schicksal der Häftlinge deren Heimatstaaten zuständig. Sollte das Überführen dorthin nicht möglich sein, müssen sie die USA übernehmen. Denn dort sind die Häftlinge in Gewahrsam. "Sofern sogar dagegen spricht, dass sie in Amerika bleiben, müssen die USA die Gründe dafür offenlegen", zitiert die Zeitung den Ministeriumssprecher.

Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), billigt Einzelfallprüfungen. Doch er will "die Unschuldsvermutung nicht auf den Kopf stellen". Er hoffe, dass sich die USA kooperativ zeigten. Auch Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach sagte, sollte ein förmliches Aufnahmegesuchen eintreffen, "werden wir uns nicht blind darauf verlassen, sondern Akteneinsicht verlangen". Grünen-Fraktionsvize Christian Ströbele verlangte, die Häftlinge müssten möglichst bald freigelassen werden.