Meine Liebste und ich haben unsere Handyverträge bei verschiedenen Anbietern, was auf die Dauer höllisch teuer ist. Schon vor Jahren beschloss meine Liebste deshalb, ihren Vertrag zu kündigen und zu meinem Vertragsanbieter zu wechseln, zumal die Konditionen ihres Handyvertrags noch aus der Frühphase der Mobiltelefonie stammten.

"Sie haben Pech", sagte der Hotline-Agent, den sie in der Leitung hatte. "Wenn Sie jetzt kündigen, können Sie erst im Mai nächsten Jahres aus dem Vertrag aussteigen."
"Aber das sind noch 15 Monate!", protestierte meine Liebste entsetzt.
"Stimmt", sagte der Agent. "Aber gestern lief Ihre aktuelle Kündigungsfrist ab. Bis dahin hätten sie schon in drei Monaten aussteigen und sogar Ihre Nummer mitnehmen können."
"Oh nein!", rief meine Liebste. "Kann man da wirklich nichts mehr machen?"
Der Agent überzeugte sie, dass es das Beste war, in einen angeblich attraktiveren einjährigen Folgevertrag zu wechseln, aus dem sie kinderleicht aussteigen und sogar ihre Nummer mitnehmen kann - vorausgesetzt, sie kündigte bis zum nächsten 31. Januar.
"Warte nicht so lange", beschwor ich sie, kaum hatte sie aufgelegt. "Kündige diesen Vertrag sofort!"
"Warum?", fragte meine Liebste irritiert. "Ich habe ihn doch eben erst abgeschlossen."
"Weil du dann die Frist nicht mehr versäumen kannst", sagte ich. "Und dann, in einem Jahr, endlich frei bist und zu meinem Telefonanbieter wechseln kannst."
Meine Liebste versprach, sich zu kümmern.

Meine Liebste ist allerdings eine vielbeschäftigte Frau, und so dauerte es etwas länger. Genauer, bis zum nächsten 1. Februar. Ein Datum, dessen Bedeutung meiner Liebsten erst klar wurde, als ihr der Hotline-Agent mitteilte, dass sich ihr Vertrag gestern automatisch um ein weiteres Jahr verlängert hatte. Aber sie konnte noch in einen angeblich attraktiveren, zum nächsten 1. Februar kündbaren einjährigen Folgevertrag wechseln.

"Warum hast du nicht wenigstens diesmal sofort gekündigt?" rief ich. "Jetzt bist du noch ein weiteres Jahr bei diesem völlig überteuerten Telefonanbieter gefangen, sollen daraus wieder zwei werden? Drei? Zehn? Du musst sofort anrufen und kündigen, bitte!"

Der erste Hotline-Agent versprach, zurückzurufen, er sei gerade beschäftigt und das System überlastet. Er rief nicht zurück. Ein anderer Agent versprach gleichfalls, zurückzurufen. Auch er meldete sich nicht. Als ein dritter versprach, zurückzurufen, nahm ich meiner Liebsten den Hörer aus der Hand. "Ein Missverständnis", säuselte ich, "es geht nicht um eine Kündigung, nein, wir wollen den Vertrag verlängern."

"Sie haben Glück", rief der Agent, "im Moment geht das System wieder hervorragend!"
Er wurde sehr wortkarg, als ich ihm die Vertragskündigung eröffnete und um eine Bestätigung bat.