Einen Tag vor dem Besuch des neuen US-Sondergesandten Richard Holbrooke in Kabul attackierten die Taliban mit einer Anschlagserie das scharf bewachte Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt. Nach Angaben von Polizei und Augenzeugen griffen mehrere Selbstmordattentäter fast zeitgleich Regierungsgebäude an. Betroffen war das gesamte Gebiet rund um den Präsidentenpalast, wo mehrere Ministerien und Botschaften ihren Sitz haben.

Fast gleichzeitig explodierte in Peshawar im Nordwesten Pakistans wenige Stunden nach der Ankunft Holbrookes eine Bombe. Unter den neun Verletzten dort war auch ein Abgeordneter des Provinzparlaments. Der ANP-Parlamentarier Alam Zaib wurde lebensgefährlich verletzt. Offenbar hatte er vor dem Anschlag Drohungen von Islamisten erhalten. Nach Angaben der Polizei war der ferngezündete Sprengsatz vermutlich auf einem Motorrad versteckt, das in der Nähe von Zaibs Haus parkte.

In Kabul töteten die Attentäter mehrere Menschen. Nach Regierungsangaben starben nach Angaben des Gesundheitsministerium 26 Menschen, nach Angaben des Innenministers 19. 55  Menschen wurden verletzt. Die Opferzahlen könnten weiter steigen, da noch nicht alle Krankenhäuser in der afghanischen Hauptstadt ihre Daten ans Ministerium übermittelt hätten, hieß es im Ministerium.

Für die Angriffe übernahmen die Taliban die Verantwortung. Ein Sprecher der von den US-geführten Truppen gestürzten Islamisten sagte dem afghanischen Fernsehsender Tolo TV, insgesamt seien sieben Selbstmordattentäter in das festungsartig gesicherte Regierungsviertel eingeschleust worden.