Knapp zwei Monate nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl schließen die Ermittler der Sonderkommission "Fürstenzell" einen familiären Hintergrund der Tat inzwischen aus. Nach Überprüfung zahlreicher Spekulationen gebe es "nach dem jetzigen Stand keine Hinweise" darauf. Eine "heiße Spur", so musste das LKA einräumen, gebe es jedoch auch nicht. Man ermittele "nach wie vor mit großem Einsatz" in alle Richtungen, hieß es.

Vor drei Wochen hatte das LKA die Belohnung für Hinweise, die zur Festnahme des oder der Täter oder zur Aufklärung der Straftat führen, auf 20.000 Euro vervierfacht - eine Summe, die das LKA nur selten auslobt. Für viele Beobachter ist dies ein sicherer Hinweis darauf, wie schwer sich die Fahnder mit den Ermittlungen tun. Dabei betonen sie stets, die Ermittlungen laufen "weiter auf Hochtouren", und es seien bereits "mehr als 470 Hinweise" eingegangen.

Mannichl war vor knapp zwei Monaten in seinem Wohnort Fürstenzell nahe Passau niedergestochen und schwer verletzt worden. Zunächst vermutete die Polizei einen Racheakt eines Neonazis, nachdem der Beamte immer wieder gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten vorgegangen war. Beweise dafür gibt es aber bis heute nicht. Die Sonderkommission musste mehrere Verdächtige aus der rechten Szene wieder frei lassen, da die Beweise für eine Anklage nicht ausreichten. Anschließend rückte das private Umfeld des Polizeidirektors in den Fokus der Fahndung.